Wie stark trifft uns der Klimawandel über den Aussenhandel?

Extremwetterereignisse, Überschwemmungen, Hitzeperioden, Phasen extremer Trockenheit, Waldbrände: Auch in zentraleuropäischen Ländern werden die direkten Auswirkungen des Klimawandels zukünftig stärker spürbar sein. Im Vergleich zu anderen Regionen der Welt ist Zentraleuropa allerdings weniger klimavulnerabel. Einerseits liegt das Schadenpotenzial an sich schon niedriger, vor allem im Vergleich zu besonders betroffenen Regionen in Asien, Afrika oder Südamerika. Andererseits haben europäische, hochindustrialisierte Volkswirtschaften wesentlich mehr Ressourcen, um sich auf klimabedingte Risiken einzustellen und sich im Schadensfall schneller zu erholen. Umso mehr drängt sich für global stark vernetzte Länder wie die Schweiz oder Deutschland die Frage auf, ob und inwiefern diese den Klimawandel zukünftig vor allem auch über den Aussenhandel zu spüren bekommen.


Der Klimawandel fordert Volkswirtschaften in Zentraleuropa vor allem auch über den Aussenhandel. (Foto: Keystone)
Der Klimawandel fordert Volkswirtschaften in Zentraleuropa vor allem auch über den Aussenhandel. (Foto: Keystone)

Sie möchten sich vertiefen? INFRAS hat zu dieser Fragestellung mehrere Studien mitverfasst und arbeitet aktuell an einem Vorhaben für Deutschland:

  • Die abgeschlossenen Untersuchungen im Auftrag des Schweizer Bundesamts für Umwelt (INFRAS/ecologic/Rütter+Partner 2007), des Klima- und Energiefonds Österreich (ÖGUT/INFRAS 2013) sowie des deutschen Bundesministeriums für Finanzen (ecologic/INFRAS 2009) zeigen: Aus ökonomischer Sicht sind die mit dem Aussenhandel zusammenhängenden Auswirkungen des Klimawandels für die Schweiz, Österreich und Deutschland wohl mindestens so relevant wie die direkten Auswirkungen auf nationalem Territorium.
  • In einer laufenden Studie von INFRAS und der Universität Graz im Auftrag des deutschen Umweltbundesamts wird die Fragestellung weiter vertieft. Die ForscherInnen untersuchen entlang von 23 verschiedenen Wirkungsketten, auf welche Risiken und Chancen aufgrund klimatischer Veränderungen in vulnerablen Import- und Exportländern sich Deutschland einzustellen hat. Voraussichtlich Anfang 2019 werden die Ergebnisse des Forschungsprojekts publiziert.