Revision Stromversor­gungs­gesetz: Der Flexibilität einen Wert geben

Wenn das Stromnetz stark ausgelastet ist, können Verteilnetzbetreiber Anlagen wie beispielsweise Wärmepumpen über eine «Rundsteuerung» ausschalten – und zu geeigneter Zeit wieder einschalten. «Die aktuelle Situation ist ineffizient, weil die Anlagen­besitzer nicht frei entscheiden können, ob sie diese Flexibilität dem Netzbe­treiber zur Verfügung stellen, selber nutzen oder vermarkten wollen», schreiben Anna Vettori, Rolf Iten und Lukas Küng in der Zeitschrift Die Volkswirtschaft (Artikel vom 22.11.2018). Mit der Revision des Stromversorgungsgesetzes, die der Bun­desrat im Oktober 2018 in die Vernehmlassung geschickt hat, soll das nun korrigiert werden. Die erhoffte Folge – ein effizienterer Netzausbau – könnte schweizweit Einspa­rungen von bis zu 40 Millionen Franken pro Jahr bringen.


«Kühlhäuser könnten auf dem Strommarkt eine wichtige Rolle spielen.» (Die Volkswirtschaft, 22.11.2018; Foto: Keystone)
«Kühlhäuser könnten auf dem Strommarkt eine wichtige Rolle spielen.» (Die Volkswirtschaft, 22.11.2018; Foto: Keystone)

Mit der vorgeschlagenen Revision des Stromversorgungsgesetzes würden zudem fol­gende Rahmenbedingungen optimiert: So sollen strengere Transparenzvorschriften in Bezug auf die Netzkosten ebenfalls zu einem effizienteren Netzausbau und Netz­be­trieb beitragen. Grossverbraucher und grosse Stromproduzenten sollen im Messwesen mehr Wahlfreiheiten erhalten, was bei der Stromversorgung tiefere Preise und eine höhere Qualität begünstigt. Und indem die Leistungspreiskomponente beim Netznutzungs­ent­gelt erhöht werden kann, ha­ben «Prosumer» (z.B. Verbraucher mit eigenen Solarstrom­an­lagen) einen stärkeren Anreiz, die Netznutzung zeitlich besser an die Auslastung des Stromnetzes anzupassen. Analysen im Rahmen einer Regulierungs­folgen­abschätzung (RFA) gehen auch für diese Massnahmen von einem positiven Kosten-Nutzen-Verhältnis aus.