Die Gesundheit fördern, Krankheiten verhüten: Um diesen gesetzlichen Auftrag zu erfüllen, sind die kantonalen Aktionsprogramme (KAP) ein wichtiges Instrument. INFRAS hat die Umsetzung und Zielerreichung der KAP zwischen 2022 und 2024 übergreifend evaluiert.
Zur Förderung einer ausgewogenen Ernährung, der Bewegung und der psychischen Gesundheit bei Kindern, Jugendlichen und älteren Menschen setzen die Kantone im Rahmen der kantonalen Aktionsprogramme (KAP) Massnahmen um. Wie hat sich das Engagement der Kantone entwickelt? Und was haben die KAP bewirkt?
Eine Evaluation von INFRAS zieht Bilanz über die Fortschritte und Zielerreichung. Weiter beleuchtet die Evaluation die Steuerung der KAP auf kantonaler und nationaler Ebene und zeigt Optimierungsmöglichkeiten auf.
Methoden
INFRAS hat die KAP 2021-2024 umfassend evaluiert – mit Interviews in 23 Kantonen, Befragungen von Gemeinden und Analysen der Jahresberichte der Kantone.
Wachsendes Engagement der Kantone und gute Zielerreichung
Die Evaluation zeichnet ein positives Bild: Trotz Verzögerungen durch die Covid-Pandemie erreichten die Kantone ab 2023 wieder mehrheitlich ihre Ziele. Das Engagement der Kantone nahm zu, besonders beim Thema psychische Gesundheit und bei der Zielgruppe der älteren Menschen. Erfolge bei der Umsetzung zeigen sich vor allem mit etablierten Partnerorganisationen im Bildungs- und Betreuungsbereich. Der Aspekt der Chancengleichheit rückte stärker in den Fokus.
Bevölkerungsgruppen in vulnerablen Situationen zu erreichen, blieb jedoch eine Herausforderung. Auch bei der strukturellen Prävention sind die Fortschritte in den KAP verhalten.
Wirkungen und Potenziale auf Ebene Gemeinden
Die Gemeinden spielen eine wichtige Rolle für die Verbreitung der KAP und die Umsetzung von Massnahmen. Ein Fokus der Evaluation lag deshalb auf dieser Zielgruppe. Eine durchgeführte Onlinebefragung zeigt: Die KAP konnten einen Beitrag dazu leisten, dass Gemeinden vermehrt Massnahmen zur Förderung der psychischen Gesundheit älterer Menschen umsetzen. Dank der KAP sind die Akteure im Altersbereich in den Gemeinden besser vernetzt und sensibilisiert. Die Evaluation identifiziert in der Zusammenarbeit mit den Gemeinden aber auch noch Potenziale. Teilweise sind die KAP-Angebote noch wenig bekannt.
Steuerung verbessern, Strukturen anpassen
Bei der Steuerung der KAP durch die Kantone und übergreifend durch Gesundheitsförderung Schweiz identifiziert die Evaluation gewissen Verbesserungsbedarf: Die Kantone formulieren Ziele oft unspezifisch und nutzen selten Wirkungsmodelle. Gesundheitsförderung Schweiz könnte u.a. die Ziel- und Wirkungsorientierung der Kantone noch stärker unterstützen. Die Evaluation empfiehlt zudem verschiedene Anpassungen an den Rahmenbedingungen der KAP. Dazu gehören der Wechsel zu einem Lebensphasenmodell und Anpassungen beim Wirkungsmonitoring.
Weitere Informationen:
- Schlussbericht
- Kurzbericht und Stellungnahme Gesundheitsförderung Schweiz
- Gesundheitsförderung Schweiz: Webseite kantonale Aktionsprogramme
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