Fossilfreie Busflotten

Elektrobusse im ÖV: Stand der Technik, Heraus­for­derungen und Perspektiven

13. Januar 2026

Die Elektrifizierung des öffentlichen Busverkehrs schreitet dynamisch voran, und sie ist für die Transportunternehmen technisch und betrieblich sinnvoll. Das hält eine Technologiestudie von INFRAS für die Branche fest. Der Bericht gibt einen herstellerneutralen Überblick, hält Herausforderungen fest und dient den Unternehmen als Entscheidungshilfe.


Dynamische Entwicklung: 55 Prozent aller neu zugelassenen Linienbusse sind Batteriebusse. (Foto: VöV)
Dynamische Entwicklung: 55 Prozent aller neu zugelassenen Linienbusse sind Batteriebusse. (Foto: VöV)

Viele Transportunternehmen des öffentlichen Verkehrs planen, ihre Flotte auf fossilfreie Antriebe umzustellen. Gerade weil die technologischen Entwicklungen und der Markt sehr dynamisch sind, kann dies die Transportunternehmen hemmen: Oft fehlt ein strukturierter Überblick über den Wissensstand mit herstellerneutralen Grundlagen und Informationen.

Im Auftrag des Verbands öffentlicher Verkehr (VöV) hat INFRAS eine umfassende Analyse der aktuellen Marktentwicklung, der technologischen Trends und der Herausforderungen bei der Umstellung auf fossilfreie Antriebe erstellt. Die Studie dient der Branche auch als Entscheidungshilfe für Umstellungsstrategien.

Batteriebusse mit grösstem Anteil bei Neuzulassungen

Die Elektrifizierung des Busverkehrs schreitet in der Schweiz und Europa dynamisch voran. Die Studie zeigt: bereits 55 Prozent der neu zugelassenen Linienbusse in der Schweiz sind batterieelektrisch unterwegs. Der Anteil im Bestand liegt bei rund 10 Prozent.

Der Anteil der Batteriebusse an den Neuzulassungen steigt kontinuierlich, während Brennstoffzellenbusse und Wasserstoffverbrenner in der Schweiz bislang keine relevante Rolle spielen. Die Verfügbarkeit von grünem Wasserstoff bleibt begrenzt. Auch aufgrund des geringen Wirkungsgrads sind Wasserstoffverbrenner-Busse im Linienverkehr keine Option.

System gesucht für Umlaufplanung, Ladezeiten und Fahrzeugbedarf

Bei den Ladekonzepten dominiert der Trend zu Depotladern mit grossen Batterien, ergänzt durch Kombilader für anspruchsvolle Umläufe, die im Depot sowie unterwegs über einen Pantographen an dezentralen Ladestationen laden können. Die Bedeutung von Lithium-Eisenphosphat-Batterien (LFP) nimmt weiter zu, und ab 2027 wird ein digitaler Batteriepass zur Transparenz entlang der Wertschöpfungskette beitragen.

Die Umstellung auf Elektrobusse bringt für die Transportunternehmen erhöhte Anforderungen an die Ladeinfrastruktur, die IT-Systemlandschaft und die betriebliche Planung mit sich. Für die Elektrifizierung anspruchsvoller Linien werden verschiedene Strategien diskutiert: Optimierung der Umläufe, Einsatz zusätzlicher Fahrzeuge, dezentrale Ladestationen oder das Abwarten technischer Reichweitensteigerungen. Die Wechselwirkungen zwischen Umlaufplanung, Ladezeiten und Fahrzeugbedarf erfordern eine systemische Optimierung.


Möglichkeiten für die Elektrifizierung anspruchsvoller Linien mit Batteriebussen: Mögliche Tagesfahrleistungen pro Umlauf sowie die mittelfristig erwarteten Reichweiten von Depotlader am Bespiel eines mittelgrossen Transportunternehmens. (Grafik: INFRAS)
Möglichkeiten für die Elektrifizierung anspruchsvoller Linien mit Batteriebussen: Mögliche Tagesfahrleistungen pro Umlauf sowie die mittelfristig erwarteten Reichweiten von Depotlader am Bespiel eines mittelgrossen Transportunternehmens. (Grafik: INFRAS)

E-Bus-Tool ermöglicht Prognosen bis 2040

Für die Studie hat INFRAS aktuelle Marktdaten, Herstellerangaben, wissenschaftlicher Publikationen und Erfahrungswerte aus der Praxis umfassend ausgwertet. Modellierungen mit dem INFRAS E-Bus-Tool ermöglichen Prognosen zu Kosten-, Reichweiten- und Effizienztrends bis 2040.

Es wurden auch politische Rahmenbedingungen, Fördermittel und regulatorische Entwicklungen auf EU-, Bundes- und Kantonsebene berücksichtigt. Unsicherheiten und technologische Entwicklungspfade weist der Bericht transparent aus.

Weitere Informationen:

Projektteam

Julien McTighe Wissenschaftliche:r Mitarbeiter:in
Oliver Frei Bereichsleiter, Partner
Roberto Bianchetti Bereichsleiter, Partner

Projekt

Technologiestudie Elektrobusse 2026

Laufzeit

2025

Themen


Leistungen


Auftraggeber

Verband öffentlicher Verkehr (VöV)

Downloads


Kontakt

Roberto Bianchetti Bereichsleiter, Partner