Was bedeutet der Ausbau von Rechenzentren für die Schweiz? Für die Schweizerische Energiestiftung untersucht INFRAS die lokalen Auswirkungen von Rechenzentren auf das Energiesystem. Ziel ist es, Lösungsansätze für einen verträglichen Ausbau von Rechenzentren zu finden.
Der weltweite Ausbau von Rechenzentren beschleunigt sich stark und wird durch den wachsenden Bedarf an Cloud-Diensten und KI-Anwendungen getrieben. Auch in der Schweiz werden Rechenzentren hinzugebaut, insbesondere im Raum Zürich.
Rechenzentren verursachen räumlich konzentrierte Lasten, die Netzstabilität, Infrastruktur und lokale Strompreise beeinflussen können. Gleichzeitig entstehen weitere lokale Auswirkungen, etwa im Bereich Wasserverbrauch, Verkehr, Abwärmenutzung oder Wertschöpfung.
Stromverbrauch dürfte deutlich bis 2030 wachsen
Vor diesem Hintergrund hat die Schweizerische Energiestiftung (SES) INFRAS und das Roegen Centre for Sustainability beauftragt, eine umfassende Analyse der lokalen Auswirkungen durchzuführen und – wo nötig – mögliche Lösungsansätze aufzuzeigen.
Die Studie gibt einen Überblick zum heutigen Bestand von Rechenzentren in der Schweiz und zu möglichen Entwicklungen in den nächsten Jahren. Erste Auswertungen deuten darauf hin, dass der Stromverbrauch bis 2030 deutlich wachsen dürfte.
Lokale Auswirkungen zeigen komplexe Systemeffekte
Die Studie untersucht, wie unterschiedliche Rechenzentrumstypen sich auf das Energiesystem auswirken können, zum Beispiel indem sie variierende Lastprofile erzeugen und kurzfristige Lastspitzen verursachen können. Damit verbunden sind potenzielle zusätzliche Anforderungen an Netzausbau, Flexibilität und Tarifstrukturen. Zudem werden weitere lokale Wirkungen wie Infrastrukturbelastungen oder Wasserverbrauch qualitativ eingeordnet.
Lösungsansätze verbinden Effizienz, Regulierung und Suffizienz
Die Studie wird eine Bandbreite möglicher Lösungsansätze entwickeln und prüfen. Die Ansätze im Dialog mit Praxisakteuren hinsichtlich Wirksamkeit und Umsetzbarkeit bewertet werden.
Das Projekt ist im Frühling 2026 gestartet. Die vollständigen Ergebnisse werden in einem ausführlichen Schlussbericht Anfang 2027 dokumentiert und an einer öffentlichen Veranstaltung der SES präsentiert.