Die Methodenkonvention zur Ermittlung von Umweltkosten des Umweltbundesamtes in Deutschland (UBA) ist eine international anerkannte Grundlage. INFRAS hat im Auftrag des UBA zusammen mit Partnern zwei Forschungsprojekte als Grundlage zur Aktualisierung durchgeführt.
Umweltkostensätze zeigen die versteckten gesellschaftlichen Kosten von Umweltbelastungen. Sie machen Umweltauswirkungen monetär messbar und helfen, Entscheidungen in Wirtschaft und Politik faktenbasiert zu treffen.
Mit der Methodenkonvention 4.0 veröffentlicht das Umweltbundesamt eine wichtige Datengrundlage und stellt aktualisierte Kostensätze zur Monetarisierung von Umweltauswirkungen bereit. Zusammen mit dem IÖW, EIFER, CE Delft und InterSUS hat INFRAS für das UBA die beiden Forschungsprojekte zur Aktualisierung geleitet.
Klimakosten sind deutlich gestiegen
Einerseits wurden die Kostensätze für Treibhausgas- und Luftschadstoffemissionen aktualisiert, andererseits die anwendungsspezifischen Umweltkosten der Bereiche Verkehr, Energie und Wärmeerzeugung.
Für die Schätzung der Klimakostensätze wurde das open-source Modell GIVE (Greenhouse Gas Impact Value Estimator) verwendet, das die durch den Klimawandel verursachten Schäden modelliert. Mit 990 Euro pro Tonne Treibhausgasemissionen liegt der Klimakostensatz neu deutlich höher im Vergleich zum Wert der Vorversion der Methodenkonvention.
Forschungsarbeit zur Aktualisierung der Umweltkosten
INFRAS arbeitete an der methodischen Aktualisierung der Berechnung des Klimakostensatzes mit und erarbeitete die Grundlagen für die Aktualisierung der anwendungsorientierten Kostensätze im Verkehrs- und Energiebereich. Dazu zählte die Aktualisierung der Konzepte und Berechnungsmethodik sowie die Erhebung aktualisierter Datengrundlagen. Im Verkehrsbereich berechnete INFRAS die Umweltkosten verschiedener Verkehrsmittel und Antriebsarten der Verkehrsträger Strasse, Schiene, Schiff und Luft. Dabei wurden alle Lebenszyklusphasen berücksichtigt: Von der Energiebereitstellung über die Fahrzeugproduktion und -nutzung bis zur Entsorgung.
Umweltkosten des Verkehrs und der Energieerzeugung
Die Resultate zeigen, dass im Verkehrsbereich neu Diesel-Personenwagen die höchsten Umweltkosten pro Personenkilometer verursachen, mit 23.7 Eurocent pro Personenkilometer.
Die Bahn verursacht mit rund 3.9 Eurocent pro Personenkilometer nach wie vor die geringsten Umweltkosten pro Personenkilometer im Fernverkehr.
Die Umweltkosten der Energie- und Wärmeerzeugung können durch den Einsatz erneuerbarer Energieträger wie Photovoltaik und Wasserkraft für Strom oder mit Solarthermie und Geothermie für Wärme deutlich reduziert werden. Fossile Energieträger verursachen sowohl bei der Strom- als auch bei der Wärmeerzeugung die höchsten Umweltkosten pro Kilowattstunde.
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