Menschen mit langandauernden Krankheiten, aber auch ihre Angehörigen brauchen Wissen und Fertigkeiten, um mit den Herausforderungen im Alltag umzugehen. Die Selbstmanagement-Förderung begleitet Betroffene auf diesem Weg. Eine INFRAS-Studie im Auftrag des Bundes untersucht Modelle guter Praxis und zeigt auf, wie Angebote finanziert werden können.
Selbstmanagement-Förderung ist eine wichtige präventive Massnahme im Gesundheitswesen. Das hält auch die Nationale Strategie zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten (NCD-Strategie) fest. Doch was macht ein gutes Angebot aus und wie kann es finanziert werden?
Zur Beantwortung dieser Fragen untersucht die Studie von Public Health Services und INFRAS für das Bundesamt für Gesundheit BAG zehn Beispiele guter Praxis und leitet daraus Finanzierungslösungen und Qualitätskriterien ab. Ausgehend von der Studie sind zwei Leitfäden für Anbietende zu den Themen Finanzierung und Qualität entstanden.
Finanzierung von Angeboten herausfordernd
Die ausgewählten Fallbeispiele zeigen, dass zum Teil beträchtliche Finanzierungslücken vorhanden sind. Die auf nationaler Ebene vorhandenen Sozialversicherungen und Finanzierungstöpfe greifen nicht bei allen Fallbeispielen, und wenn sie greifen, dann meist nur teilweise. Es besteht aber Potenzial, bestehende Finanzierungsquellen konsequenter auszuschöpfen. Dazu gehören die obligatorische Krankenversicherung, Finanzhilfen im Rahmen der Invalidenversicherung, die Kantone aber auch die Privatwirtschaft sowie Stiftungen.
Die Studie formuliert Empfehlungen an Akteure auf den verschiedenen Ebenen, um die Quellen stärker für Angebote der Selbstmanagement-Förderung zu öffnen. Der Leitfaden Finanzierung von INFRAS gibt Tipps für Anbietende, wie sie die bestehenden Quellen nutzen können.
Zehn wichtige Qualitätskriterien und -standards
In den meisten analysierten Fallbeispielen sind viele der konventionellen Aktivitäten des Qualitätsmanagements (QM) bereits gut etabliert. Einzelne Programme haben umfassende QM-Systeme mit allen wesentlichen QM-Aktivitäten.
Schwächen bestehen bei den Good-Practice-Beispielen vor allem in drei Bereichen, welche für die Qualität der Angebote zur Selbstmanagement-Förderung besonders wichtig sind: Partizipation und Mitwirkung der Betroffenen, Einbezug von Angehörigen sowie Chancengleichheit für vulnerable Personengruppen (insbesondere vulnerable Personen mit Migrationshintergrund). Auf Grundlage der Ergebnisse hat Public Health Services zehn Qualitätsstandards für Angebote der Selbstmanagement-Förderung in einem Leitfaden für Angebotsverantwortliche definiert.
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