Die Stadtverwaltung verursacht jährlich rund 690 t CO2-Äquvalente an direkten und indirekten Emissionen. Griffige Massnahmen sind nötig, um das Netto-Null-Ziel 2035 zu erreichen. INFRAS hat die bestehenden Strategien analysiert und unterstützt mit fundierten Empfehlungen.
2021 legte der Zürcher Stadtrat neue Klimaschutzziele für die Gesamtstadt und die Stadtverwaltung fest. Das Ziel der Stadtverwaltung ist ambitioniert: Sie möchte bereits bis 2035 netto null erreichen – vor der Gesamtstadt Zürich, die netto null bis 2040 anvisiert. Damit nimmt die Stadtverwaltung eine wichtige Vorbildfunktion ein.
Kern der Klimaschutzziele der Gesamtstadt sind die im Klimaschutzplan festgelegten Handlungsfelder und Umsetzungsziele. Basierend darauf erarbeiten die 21 klimarelevanten städtischen Dienstabteilungen ihre eigenen «Umsetzungsstrategien». Darin zeigen sie u.a. auf, mit welchen laufenden und geplanten Massnahmen sie Stand heute zur Erreichung der Klimaschutzziele der Stadtverwaltung beitragen. Der Umwelt- und Gesundheitsschutz der Stadt Zürich (UGZ) hat INFRAS beauftragt, die bereits erstellten Umsetzungsstrategien unter die Lupe zu nehmen und dabei ausgehend vom Status quo prospektiv Treiber, Lücken und Konflikte für die Zielerreichung zu analysieren.
In mehreren Schritten zu fundierten Empfehlungen
Einerseits hat INFRAS bottom-up die rund 250 geplanten Massnahmen aus den bereits erstellen Umsetzungsstrategien hinsichtlich Wirkung und Realisierbarkeit bewertet, andererseits die Handlungsfelder top-down nach relevanten und wirkungsvollen Ansätzen geprüft. Der aktive Austausch mit den Auftraggebenden und ein Workshop mit rund 40 Personen der städtischen Dienstabteilungen lieferten weitere wertvolle Inputs. Das Ergebnis sind Einschätzungen und Empfehlungen für die Zielerreichung – eine umfassende Grundlage für die Stadtverwaltung, um ihre Klimaschutzaktivitäten zu steuern und in ihrer Wirkung weiter zu stärken.
Erste Erfolge, aber weiterhin Handlungsbedarf
Die Stadtverwaltung kann im Klimaschutz bereits Erfolge verbuchen: Einige wichtige Emissionsquellen werden durch wirkungsvolle Massnahmen und Aktivitäten adressiert, und verschiedene relevante Massnahmen sind bereits umgesetzt. Die Zielsetzung bleibt aber anspruchsvoll. Alle Dienstabteilungen sind gefordert, einen Beitrag zu leisten.
Generell ist entscheidend, dass zentrale Massnahmen wie der Ausbau der thermischen Netze im geplant hohen Tempo umgesetzt werden. Auch ein Fokus auf sehr relevante Emissionen, beispielsweise die direkten Emissionen aus der Entsorgung oder die indirekten Emissionen aus der Beschaffung von Gütern und Dienstleistungen, ist wichtig. Während bei der Entsorgung die erfolgreiche Umsetzung der CCS-Anlage Hagenholz entscheidend sein wird, kommt es in der Beschaffung auf eine Vielzahl von spezifischen Massnahmen an, die unter Mitwirkung verschiedenster Akteure entwickelt werden müssen.
Synergien nutzen und auf Kurs bleiben
INFRAS empfiehlt der Stadtverwaltung, sich den Herausforderungen auf dem verbleibenden Weg weiterhin durch gute Zusammenarbeit und Organisation zwischen den Dienstabteilungen zu stellen. Es sollen die relevanten Schwerpunkte identifiziert und vertieft werden. Um den Fortschritt zu monitoren, braucht es wenige, aber geeignete Indikatoren. Für die einzelnen Handlungsfelder hat INFRAS spezifische Empfehlungen abgegeben.
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