Whitepaper

Klimadaten im Finanzsektor: Wie effektiv steuern sie die Transformation?

27. Januar 2026

Kapitalströme in Richtung nachhaltige Veränderung: Wie wirkungsvoll sind die heute im Asset Management genutzten Klimadaten? Ein Whitepaper beleuchtet die Herausforderungen und zeigt, worauf es bei der Auswahl und Nutzung von Klimametriken ankommt.


Der Finanzsektor kann den Klimawandel nicht stoppen – er kann aber als Ermöglicher und Steuerungsakteur eine wesentliche Rolle spielen. (Foto: Jackie Alexander / Unsplash)
Der Finanzsektor kann den Klimawandel nicht stoppen – er kann aber als Ermöglicher und Steuerungsakteur eine wesentliche Rolle spielen. (Foto: Jackie Alexander / Unsplash)

Der Klimawandel birgt enorme Risiken für Wirtschaft und Gesellschaft. Der Weg zu Netto-Null und mehr Nachhaltigkeit erfordert substanzielle Investitionen über die nächsten Jahrzehnte. Die Finanzmärkte stehen – auch aus Eigenteinteresse – vor der Herausforderung, Investitionen gezielt in nachhaltige und klimafreundliche Projekte zu lenken.

Für wirkungsvolle Inventitionsentscheide ist eine solide Grundlagen in Form einer belastbaren Klimametrik nötig. Ein Whitepaper von INFRAS und Inrate analysiert Herausforderungen und Lösungsansätze.

Begrenzte Wirkung der aktuellen Klimametriken

Die gängigen Klimametriken im Finanzsektor – wie z.B. CO2-Fussabdruck, Intensitätskennzahlen oder Implied Temperature Rise (ITR) – sind nur eingeschränkt geeignet, um Kapitalströme wirksam in Richtung Klimaschutz zu steuern. Ein zentrales Problem: Viele dieser Kennzahlen fokussieren auf direkte Emissionen (Scope 1). Die oft viel bedeutenderen indirekten Emissionen entlang der Wertschöpfungskette (Scope 3) werden kaum berücksichtigt.

Zudem sind Finanzkennzahlen wie Umsatz oder Unternehmenswert häufig sehr volatil und verursachen teils grössere Änderungen an Emissionsdaten als die eigentlichen Emissionsreduktionen. Auch der Fokus auf einzelne Sektoren oder Unternehmen mit niedrigen Emissionen greift zu kurz – entscheidend ist vielmehr, wie Unternehmen und ganze Branchen zur Transformation beitragen.

Blick fürs Ganze statt Silo-Denken gefragt

Das Whitepaper empfiehlt einen systemischen Ansatz bei der Bewertung von Klimarisiken und -chancen im Portfolio. Statt nur auf einzelne Kennzahlen zu setzen, sollten Investoren die gesamte Wertschöpfungskette, sektorübergreifende Abhängigkeiten und die tatsächlichen Transformationspotenziale berücksichtigen.

Dazu gehören etwa die Analyse von Investitionen in klimafreundliche Technologien, die Elektrifizierung von Produktionsprozessen oder die Förderung von Kreislaufwirtschaft. Nur so lassen sich die relevanten Hebel für eine nachhaltige Transformation identifizieren und gezielt finanzieren.

Finanzsektor nicht als Erlöser – aber als Ermöglicher

Der Finanzsektor allein kann den Klimawandel nicht stoppen. Er kann aber als Enabler und Steuerungsakteur eine wesentliche Rolle spielen, indem er Kapital in die richtigen Bahnen lenkt. Dafür braucht es jedoch robuste, vergleichbare und sektorspezifische Daten sowie ein tiefes Verständnis der jeweiligen Branchen.

INFRAS und Inrate arbeiten daran, solche Indikatoren und Bewertungsrahmen zu entwickeln – für mehr Wirkung und Transparenz im nachhaltigen Investment.

Weitere Informationen:

Projekt

Klimadaten in der Vermögensverwaltung: Können sie eine positive Wirkung tatsächlich ermöglichen?

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2025

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Moritz Reisser Senior Projektleiter