Angebotskonzept öffentlicher Verkehr

Ein dichteres und robusteres Busnetz für Schaff­hausen und Neu­hausen am Rheinfall

29. Juni 2026

Optimierte Linien, ein dichterer Fahrplan und höhere Angebotsqualität: Das Busnetz Schaffhausen soll bis 2030 schrittweise weiterentwickelt werden. Für die Verkehrsbetriebe Schaffhausen (vbsh) hat INFRAS das aktuelle Angebot analysiert und die Netzentwicklungsstrategie erarbeitet.


Das Angebotskonzept schliesst heutige Lücken und berücksichtigt die Erschliessung von Entwicklungsräumen. (Foto: vbsh / Reto Schlatter)
Das Angebotskonzept schliesst heutige Lücken und berücksichtigt die Erschliessung von Entwicklungsräumen. (Foto: vbsh / Reto Schlatter)

Der öffentliche Verkehr in Schaffhausen und Neuhausen am Rheinfall verfügt bereits über ein Busnetz mit hoher Erreichbarkeit des Bahnhofs und der Innenstadt Schaffhausen. Gleichzeitig zeigen sich strukturelle Schwächen, insbesondere in den Randverkehrszeiten sowie hinsichtlich der Fahrplanstabilität und der Anschlusssituation. Die letzte Gesamtüberprüfung des Busnetzes fand 2007 statt.

Vor diesem Hintergrund hat INFRAS im Auftrag der Verkehrsbetriebe Schaffhausen (vbsh) eine umfassende Analyse und eine strategische Weiterentwicklung des Busnetzes erarbeitet.

Status quo: Teils lange Umsteigezeiten und Risiko von Verspätungen

Die Analyse der heutigen Netzabdeckung zeigte, dass die Taktstruktur grundsätzlich eine solide Basis für den urbanen ÖV bildet. Insbesondere tagsüber besteht mit dem 10-Minutentakt ein dichtes Angebot. Demgegenüber führen der heutige 20-Minuten-Takt am Abend und am Sonntag zu ungünstigen Anschlüssen auf den Bahnverkehr und teilweise langen Umsteigezeiten. Zudem zeigen sich betriebliche Herausforderungen: allgemeine Verkehrszunahme, Tempo-30-Zonen und Baustellen beeinträchtigen die Fahrplanstabilität und erhöhen das Risiko von Verspätungen.

Angebotskonzept führt zu dichterem und robusterem Angebot

Der Handlungsbedarf liegt somit sowohl in der Behebung bestehender Schwächen als auch in der vorausschauenden Erschliessung neuer Entwicklungsräume. Zentrales Element des erarbeiteten Angebotskonzepts ist eine angepasste, optimierte Linienführung. Ein wesentlicher Schritt ist zudem die Verdichtung des Angebots in den Randverkehrszeiten: Der bisherige 20-Minuten-Takt wird durch einen 15-Minuten-Takt ersetzt. Dadurch verbessern sich die Anschlüsse an den Bahnverkehr. Der Bahnhof Neuhausen SBB wird neu auch während der Randverkehrszeiten bedient.

Mit angepassten Fahrzeiten arbeitet das Konzept auf eine Stabilisierung des Betriebs hin. Insgesamt entsteht ein konsistentes und robusteres Angebot.

Auswirkungen auf Betrieb, Infrastruktur und Kosten berücksichtigt

Das Angebotskonzept zeigt auch transparent auf, wie sich die Ziele auf Betrieb, Infrastruktur und Kosten auswirken. Für die Umsetzung sind zusätzliche Mittel nötig, insbesondere wegen der Angebotsausbauten und betrieblichen Anpassungen. Gleichzeitig deutet die Analyse darauf hin, dass eine verbesserte Angebotsqualität zu einer Nachfragezunahme beitragen kann. Dies unterstützt langfristig einen höheren Kostendeckungsgrad.

Das Angebotskonzept ging Anfang 2026 in die Vernehmlassung und wurde danach leicht angepasst. Abschliessend werden die Parlamente und die Stimmbevölkerung der Stadt Schaffhausen und der Gemeinde Neuhausen am Rheinfall darüber entscheiden. Ziel ist, das Konzept schrittweise bis 2030 umzusetzen.

Weitere Informationen:

Projektteam

Lukas Gafner Wissenschaftlicher Berater
Oliver Frei Bereichsleiter, Partner
Matthias Lebküchner Bereichsleiter, Partner

Projekt

Ausarbeitung der Netzentwicklungsstrategie 2030 der vbsh

Laufzeit

2023 - 2025

Themen


Leistungen


Auftraggeber

Verkehrsbetriebe Schaffhausen (vbsh)

Kontakt

Matthias Lebküchner Bereichsleiter, Partner