Energie und Resilienz

Power-to-Liquid: Wie resilient sind die Kraftstoffsysteme der Zukunft?

8. Oktober 2026

E-Fuels sollen schwer elektrifizierbare Bereiche klimafreundlicher machen. Aber wie widerstandsfähig sind deren Produktionssysteme gegenüber Störungen? INFRAS entwickelt einen Bewertungsrahmen, der die Resilienz verschiedener Power-to-Liquid-Routen und Anlagenkonzepte systematisch vergleichbar macht.


Störungen von vielen Seiten möglich: Für die Herstellung von erneuerbaren flüssigen Kraftstoffen braucht es komplexe und stark vernetzte Produktionssysteme. (Foto: Martin Adamps / Unsplash / Symbolbild)
Störungen von vielen Seiten möglich: Für die Herstellung von erneuerbaren flüssigen Kraftstoffen braucht es komplexe und stark vernetzte Produktionssysteme. (Foto: Martin Adamps / Unsplash / Symbolbild)

Power-to-Liquid-Anlagen (PtL-Anlagen) sollen künftig erneuerbare flüssige Kraftstoffe – so genannte E-Fuels – für Anwendungen bereitstellen, die sich nur schwer elektrifizieren lassen, z.B. in der Luftfahrt. Doch wie widerstandsfähig sind diese komplexen Produktionssysteme gegenüber Störungen?

Im Auftrag von Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH und des PtX Lab Lausitz (unter dem Dach des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit) entwickelt INFRAS ein Bewertungsframework, das die Resilienz unterschiedlicher PtL-Routen und Anlagenkonzepte systematisch analysiert. Unterstützt wird INFRAS dabei vom Reliability and Risk Engineering Laboratory der ETH Zürich sowie der Technology Assessment Group am Paul Scherrer Institut (PSI).

Resilienz als Voraussetzung für Versorgungssicherheit

Neben Klimawirkung und Wirtschaftlichkeit rückt bei PtL-Anlagen eine weitere Frage in den Fokus: Können diese Kraftstoffe auch unter schwierigen Bedingungen zuverlässig bereitgestellt werden? PtL-Anlagen sind stark vernetzte Produktionssysteme, die von Strom, Wasserstoff, Kohlendioxid, kritischen Komponenten und komplexen Lieferketten abhängen. Entsprechend wichtig wird die Frage ihrer Resilienz.

Belastbarer Berwertungsrahmen als Ziel

Das Projekt untersucht, wie die Resilienz von PtL-Routen und Anlagen definiert, bewertet und vergleichbar gemacht werden kann. Ausgangspunkt ist die zentrale Funktion solcher Anlagen: die Bereitstellung flüssiger Kraftstoffe. Betrachtet werden dabei verschiedene Störungen: etwa Ausfälle der Energieversorgung, Unterbrüche bei der Kohlendioxidversorgung, Lieferengpässe bei kritischen Komponenten oder Extremwetterereignisse. Ziel ist ein belastbarer Bewertungsrahmen, der technische, infrastrukturelle und lieferkettenbezogene Einflussfaktoren auf die Resilienz systematisch erfasst und transparent macht.

Resiliente PtL-Systeme als strategisch wichtiges Element zukünftiger Energieversorgung

Die Arbeiten erfolgen vor dem Hintergrund wachsender Diskussionen zur Energie- und Versorgungssicherheit in Europa. PtL-Technologien und E-Fuels spielen dabei eine besondere Rolle, da sie sowohl für die zivile Versorgung als auch für strategische Anwendungen, z.B. im Militär,relevant sind. Das Projekt soll eine fundierte Grundlage schaffen, um unterschiedliche PtL-Routen und Anlagenekonzepte künftig nachvollziehbar vergleichen zu können.

Weitere Informationen:

Projektteam

Moritz Reisser Senior Projektleiter
Michel Zimmermann Senior Projektleiter
Jürg Füssler Geschäftsleiter, Partner
Nicolas Schmid Bereichsleiter, Partner

Projekt

Entwicklung eines Bewertungsrahmens für resiliente Power-to-Liquid-Produktionssysteme in Deutschland

Laufzeit

Laufend

Themen


Leistungen


Auftraggeber

None

Kontakt

Nicolas Schmid Bereichsleiter, Partner