Familienzentren sind zentrale Anlaufstellen für Eltern und Kinder. Das MegaMarieplus-Programm hat Familienzentren in der Schweiz unterstützt. Eine Evaluation von INFRAS zeigt, wie das Programm zur Weiterentwicklung dieser Begegnungsorte beiträgt und welche Herausforderungen bestehen.
Familienzentren bieten Eltern und Kindern einen Ort der Begegnung und Unterstützung. Sie sind ein wichtiger Bestandteil der frühen Förderung. Allerdings verfügen nicht alle Gemeinden über solche Angebote, sie unterscheiden sich in ihrer Ausgestaltung und vielerorts sind die Ressourcen knapp.
Das MegaMarieplus-Programm, konzipiert und getragen vom Marie Meierhofer Institut für das Kind (MMI) und dem Netzwerk Bildung und Familie (NBundF), setzt hier an.
Werden Zielgruppen erreicht – und wirkt das Programm?
Ziel des Programms ist es, Familienzentren schweizweit zu stärken und insbesondere Familien in vulnerablen Lebenslagen besser zu erreichen. INFRAS hat zum Programm eine Evaluation durchgeführt.
Der Hauptfokus der Evaluation lag auf der Zufriedenheit von Familienzentren und ausgewählten Gemeinden mit den Angeboten von MegaMarieplus, und er lag auf der bei Familienzentren und Gemeinden erzielten Wirkungen. Dafür wurde u.a. eine Online-Befragung mit Familienzentren durchgeführt, ergänzt mit qualitativen Interviews mit ausgewählten Familienzentren und Gemeinden.
Fundierte Angebote mit hoher Nutzung
Der Bericht hält fest: Das MegaMarieplus-Programm hat in kurzer Zeit wichtige Impulse für die Weiterentwicklung von Familienzentren gesetzt. Das Programm geht auf die Bedürfnisse der Familienzentren ein und stellt empirisch fundierte Angebote bereit. Die Zusammenarbeit mit den Zielgruppen wird als zentraler Erfolgsfaktor betrachtet. Viele Familienzentren nutzen die bereitgestellten Formate wie Online-Veranstaltungen, Newsletter und Beratungen. Die Zufriedenheit mit dem Programm ist hoch.
Programm erzielt erste Wirkungen
Im Verlauf der Programmlaufzeit 2023 bis 2025 haben sich zahlreiche Familienzentren und kommunale Behörden beteiligt. Die Evaluation stellt fest, dass das Programm zur Professionalisierung und organisatorischen Weiterentwicklung beiträgt. Auch die Vernetzung zwischen den Zentren und mit Gemeinden wird gestärkt. Ein grosses Problem bleibt aber: Viele Familienzentren kämpfen mit fehlenden Ressourcen und Gemeinden und Kantone beteiligen sich meist nur spärlich oder gar nicht an der Finanzierung. Die nachhaltige Finanzierung bleibt somit ein zentrales Thema. Und auch die Erreichung vulnerabler Familien ist eine Herausforderung.
Die INFRAS-Autor:innen empfehlen aufgrund der Ergebnisse, das Programm fortzuführen. In ihren Empfehlungen schlägt die Evaluation unter anderem vor, die Angebote noch niederschwelliger zu gestalten und – mit Blick auf die Erreichung vulnerabler Familien – weiteres Grundlagenwissen und Praxisbeispiele auszuarbeiten und einen stärkeren Fokus auf die familienzentrierte Vernetzung und Advocacy- und Sensibilisierungsarbeit bei den Gemeinden zu setzen.
Weitere Informationen: