Das Tourismus-Förderprogramm Innotour des Bundes ist wirksam und wird sinnvoll umgesetzt. Zu diesem Schluss kommt eine Evaluation, die INFRAS im Auftrag des Bundes durchgeführt hat. Trotz des grundsätzlich positiven Fazits: Der Bericht zeigt auch Optimierungsbedarf und macht Empfehlungen.

Der Tourismus ist ein bedeutender Wirtschaftszweig für die Schweiz. Er schafft Arbeitsplätze in allen Landesteilen und Regionen. Das Programm Innotour des Bundes unterstützt im Tourismus Innovationen und Kooperationen, fördert den Wissensaufbau, die Aus- und Weiterbildung sowie den Wissenstransfer.
Für das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) hat INFRAS zusammen mit der Hochschule Luzern (HSLU) die Wirkungen und den Vollzug des Förderprogramms umfassend evaluiert und daraus Empfehlungen abgeleitet.
Positives Fazit zu vielen Aspekten der Förderung
Seit 2012 hat Innotour 215 Projekte mit rund CHF 74.3 Mio. unterstützt. Insgesamt weisen die geförderten Projekte ein Volumen von CHF 264 Mio. auf, was einem Multiplikator von 3.6 entspricht. Innotour hat viele wertvolle Projekte im Tourismus angestossen, die sonst nicht zustande gekommen wären, wie die Evaluation festhält. Viele Projekte führten zu konkreten Ergebnissen, erzielten Wirkung und leisteten einen Beitrag zu den Zielen des Förderprogramms. Zudem wird ein Grossteil der Projekte fortgeführt. Die Themen Hotelkooperation, Barrierefreiheit, digitale Marktplätze sowie Klimaschutz und -anpassung wurden vorangetrieben. Auch der Vollzug von Innotour durch das SECO ist insgesamt angemessen und nachvollziehbar gestaltet und umgesetzt.
Wissenstransfer kann noch verstärkt werden
Der Bericht hält aber auch Optimierungsmöglichkeiten fest. Ansatzpunkte für eine noch bessere Wirkung sieht das Evaluationsteam unter anderem darin, dass der Wissenstransfer zwischen den Akteuren noch verstärkt werden sollte. Zudem sollte das SECO noch stärker darauf hinwirken, dass Gesuchssteller:innen bei ihren Projekten auf bereits vorhandenes Wissen aufbauen. So gab die Evaluation Hinweise darauf, dass zum Teil mehrere ähnliche Projekte unterstützt wurden. Das kann im Sinne des Wettbewerbs teils sinnvoll sein, teils aber auch zu Doppelspurigkeiten führen.
Evaluation quantitativ und qualitativ abgestützt
Für die Evalutation haben INFRAS und die HSLU eine umfassende Online-Befragung, Dokumenten- und Datenanalysen, Interviews und thematische Fokusgruppen durchgeführt sowie acht Fallbeispiele genauer untersucht. Zudem wurde ein Validierungsworkshop durchgeführt.
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