Zivildienstleistende unterstützen Schulen – oft im Hintergrund, aber mit spürbarer Wirkung. Das zeigt eine Evaluation von INFRAS im Auftrag des Bundes. Sie hält fest, welchen Beitrag Zivildienstleistende leisten und wo Potenziale für die Weiterentwicklung liegen.
Der Zivildienst ist eine Alternative für Schweizer Männer, die aus Gewissensgründen keinen Militärdienst leisten. Die Einsätze sind dabei dort zu absolvieren, wo der gesellschaftliche Bedarf am grössten ist. Das Bundesamt für Zivildienst (ZIVI) geht davon aus, dass die Zulassungszahlen zum Zivildienst stagnieren oder sinken – dass die Nachfrage an Einsätzen aber zunimmt. Darum wird für das ZIVI die Frage wichtiger, wo grösstmögliche Wirkung mit Zivildiensteinsätzen erzielt werden kann.
Vor diesem Hintergrund hat INFRAS für das Bundesamt die Einsätze im Schulwesen untersucht, anhand einer Befragung von Schulen und Interviews mit verschiedenen Expert:innen.
Entlastung für Lehrpersonal, Bezugsperson für Kinder und Jugendliche
Die Evaluation ging den Fragen nach, wie die Einsätze im Schulwesen die Schulen und die Bildung unterstützt, ob sie einem gesellschaftlichen Bedarf entsprechen und ob es Optimierungsbedarf gibt.
Die Evaluation zeigt: Die Zivildienstleistenden unterstützen vor allem den Unterricht und die Betreuung in der Primarstufe. Sie entlasten das Lehr- und Betreuungspersonal und ermöglichen zusätzliche Aktivitäten wie Projekte oder Ausflüge. Davon profitieren die Schülerinnen und Schüler – sowohl fachlich als auch überfachlich, wie die Evaluation zeigt. Insbesondere bereichern die Zivildienstleistenden als altersnahe, männliche Bezugspersonen den Unterricht und fördern die soziale Entwicklung der Kinder und Jugendlichen.
Gesellschaftlicher Nutzen ist gegeben
Die Zivildiensteinsätze im Schulwesen entsprechen einem öffentlichen Interesse und einem gesellschaftlichen Bedarf, wie der INFRAS-Bericht ausserdem festhält. Die Zivildienstleistenden übernehmen Aufgaben, die sonst zu einem grossen Teil nicht ausgeführt würden. Damit tragen sie zur Qualität des Schulalltags, zur Chancengerechtigkeit und zum sozialen Zusammenhalt bei. Eine Einschränkung dieses Einsatzbereichs würde spürbare Lücken hinterlassen, die sich nur teilweise durch anderes Personal schliessen liessen.
Drei Empfehlungen, um Einsätze im Schulwesen zu optimieren
Zur Verbesserung der Wirksamkeit und der Effizienz der Zivildiensteinsätze empfiehlt die Evaluation verschiedene Ansatzpunkte: Eine bessere Abstimmung der obligatorischen Vorbereitungskurse auf die Bedürfnisse der Schulen, eine stärkere Digitalisierung der administrativen Prozesse sowie flexiblere Einsatzmöglichkeiten – etwa in unterrichtsfreien Zeiten.
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