Umweltfreundliche Produkte

Marktbeobachtung misst, wie sich der nachhaltige Konsum entwickelt

28. April 2020

Wie gefragt sind nachhaltige Produkte tatsächlich? Für das Umweltbundesamt beobachtet INFRAS seit 2012 systematisch, wie sich der nachhaltige Konsum in Deutschland entwickelt. Die Langzeiterfassung liefert eine transparente Grundlage für umweltpolitische Massnahmen – und zeigt, wo es noch hakt.


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Auf Ernährung, Wohnen und Mobilität entfallen rund 80 Prozent der CO2-Emissionen des privaten Konsums (Foto: Keystone-SDA)

Ob beim Lebensmitteleinkauf, Reisen oder Wohnen: Mit ihrem Kon­sum­ver­hal­ten können Verbraucherinnen und Verbraucher entscheidend dazu beitragen, welche Ressourcen verbraucht werden und wie die Umwelt dabei belastet wird. Politisch und medial ist das Thema Nachhaltigkeit inzwischen allgegenwärtig. Aber wie gefragt sind nachhaltige Produkte tatsächlich?

Systematische Marktbeobachtung

Für das Umweltbundesamt (UBA) analysiert INFRAS seit 2012, wie es um den nachhaltigen Konsum in Deutschland steht. Die Langzeiterfassung zeigt systematisch auf, wie sich die Marktanteile von umweltfreundlichen Produkten entwickeln und welche Trends sich abzeichnen. Im Fokus: Wohnen, Mobilität, Ernährung, sonstige Gebrauchs- und Verbrauchsgüter und Finanzen. INFRAS-Bereichsleiterin Myriam Steinemann: «In all diesen Bereichen können Konsumentinnen und Konsumenten mit ihren Kaufentscheiden die Umweltbelastung indirekt oder direkt reduzieren.»

Grundlage für umweltpolitische Massnahmen

Den nachhaltigen Konsum zu steigern, erscheint häufig als abstraktes Ziel: Die Marktbeobachtung liefert eine transparente Grundlage, um umweltpolitische Massnahmen zu konkretisieren. Der sogenannte Konsumindikator zeigt auf, inwiefern ‘grüne Produkte’ ihre konventionellen Pendants ersetzen. Dabei wird der Marktanteil von Produkten mit staatlichen Umweltzeichen berechnet. Der Konsumindikator wurde in die Neuauflage der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie 2017 aufgenommen und politisch verankert. Demnach soll 2030 der Marktanteil von nachhaltigen Produkten bei 34 Prozent liegen.

Die Messdaten machen deutlich: Nach Umsätzen gewichtet sind die Marktanteile von Pkws, Haushaltsgrossgeräten, Leuchtmitteln und Fernsehern sowie von Lebensmitteln, Hygienepapieren, Wasch- und Reinigungsmitteln seit 2012 fast durchweg gestiegen, verharren nun aber seit 2016 auf einem Niveau zwischen 8 und 9 Prozent. Damit ist man vom Ziel für das Jahr 2030 noch weit entfernt. Steinemann: «Der Konsumindikator verdeutlicht, in welchen Bereichen noch Luft nach oben ist. Er hilft, bisher wenig konkrete Ziele zu schärfen und wirksame Handlungen zur Förderung eines nachhaltigen Konsums abzuleiten.»

Projektteam

Myriam Steinemann Bereichsleiterin, Partnerin
Regina Schwegler Bereichsleiterin, Partnerin
Beatrice Ehmann Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Projekt

Marktbeobachtung des nachhaltigen Konsums in Deutschland

Laufzeit

2016 - 2022

Themen


Leistungen


Auftraggeber

Umweltbundesamt UBA

Kontakt

Myriam Steinemann Bereichsleiterin, Partnerin