National Inventory Document

Treibhausgase: Entwicklung der Emissionen seit 1990

8. Juni 2026

Die Treibhausgasemissionen der Schweiz lagen 2024 bei 40,1 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten. Das sind 27 Prozent weniger als 1990 und etwas weniger als im Vorjahr. Das zeigt das «National Inventory Document», an dem INFRAS mitgearbeitet hat.


Im Gebäudebereich hat die stärkere Verbreitung von Wärmepumpen zu einem deutlichen Rückgang der Emissionen seit 1990 geführt. (Uwe Conrad / Unsplash)
Im Gebäudebereich hat die stärkere Verbreitung von Wärmepumpen zu einem deutlichen Rückgang der Emissionen seit 1990 geführt. (Uwe Conrad / Unsplash)

Die Schweiz übermittelt ihr nationales Treibhausgasinventar jedes Jahr an das UNO-Klimasekretariat (UNFCCC). Dazu ist sie im Rahmen der UNO-Klimakonvention und des Pariser Abkommens verpflichtet. Im Auftrag des Bundesamts für Umwelt (BAFU) hat INFRAS am Bericht mitgearbeitet und aktualisierte Daten zum Verkehr beigesteuert. INFRAS unterstützte das BAFU beim «National Inventory Document» von 2003 bis 2026.

Starke Rückgänge seit 1990 bei Gebäuden und in der Industrie

Das aktuelle Treibhausgasinventar zeigt für 2024 Emissionen von 40,1 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten in der Schweiz. Gegenüber 2023 entspricht das einem Rückgang um rund eine halbe Million Tonnen. Im Vergleich zum Referenzjahr 1990 beträgt das Minus 27 Prozent.

Am deutlichsten sind die Emissionen seit 1990 im Gebäudebereich und in der Industrie gesunken: im Gebäudesektor um 47 Prozent, im Industriesektor um 33 Prozent. Im Gebäudebereich wirkt sich die stärkere Verbreitung von Wärmepumpen aus, in der Industrie unter anderem der Rückgang der Zementproduktion. Beide Sektoren verursachen heute jeweils rund 22 Prozent der gesamten CO2-Emissionen in der Schweiz.

Verkehr: Leichter Rückgang dank Biotreibstoffen

34 Prozent der Treibhausgasemissionen in der Schweiz entfallen auf den Verkehr. Gegenüber dem Vorjahr war der Ausstoss 2024 leicht tiefer, verglichen mit 1990 beträgt der Rückgang knapp 10 Prozent. Dass die Emissionen zuletzt leicht gesunken sind, ist vor allem auf den stärkeren Einsatz von Biotreibstoffen zurückzuführen. Gleichzeitig dämpfen das wachsende Verkehrsvolumen und der Trend zu schwereren Fahrzeugen den Rückgang, der durch klimafreundlichere Antriebssysteme möglich wäre.

INFRAS hat für die Berichterstattung der Schweiz an die UNO mitgearbeitet, um den Report mit den neuesten Daten aus dem Emissionssystem EMIS zu den verschiedenen Sektoren zu erstellen.

Die Berechnungen im Treibhausgasinventar zum Verkehrssektor basieren zudem auf dem Handbuch für Emissionsfaktoren im Strassenverkehr (HBEFA), bei dem INFRAS federführend wirkt. Das HBEFA ist eine Standard-Datenquelle für Emissionsberechnungen und wurde in zahlreichen Studien und anderen Anwendungen eingesetzt.

Weitere Informationen:

Projektteam

Lina Bernert Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Benedikt Notter Bereichsleiter, Partner
Felix Weber Bereichsleiter, Partner
Jürg Füssler Geschäftsleiter, Partner

Projekt

Treibhausgasinventar der Schweiz 2026

Laufzeit

2004 - 2026

Themen


Leistungen


Auftraggeber

Bundesamt für Umwelt (BAFU)

Kontakt

Felix Weber Bereichsleiter, Partner