Der neue Monitoring-Bericht von Eurostat zeigt, wie sich die Europäische Union bei den 17 Nachhaltigkeitszielen entwickelt. Die Ausgabe 2026 bewertet die kurz- und langfristigen Trends anhand von gut 100 Indikatoren und ordnet die Ergebnisse in den politischen Kontext der EU ein. INFRAS hat erneut das Monitoring von fünf SDGs durchgeführt.
Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen bilden den zentralen Referenzrahmen für eine nachhaltige Entwicklung in sozialer, ökologischer, wirtschaftlicher und institutioneller Hinsicht. Der Eurostat-Bericht 2026 ist die zehnte Ausgabe des jährlichen Monitorings und analysiert die Entwicklung der EU bei allen SDGs auf Basis der jüngsten verfügbaren Daten, in der Regel für den Zeitraum 2019 bis 2024 oder 2025.
INFRAS-Analyse von fünf der 17 SDGs
Seit 2016 ist INFRAS, gemeinsam mit dem Ecologic Institute und Haymarket, ein integraler Bestandteil des Projektteams unter der Gesamtleitung der Wirtschaftsuniversität Wien (WU Wien). INFRAS hat folgende fünf SDGs analysiert:
- SDG 1: No poverty
- SDG 3: Good health and well-being
- SDG 4: Quality education
- SDG 5: Gender equality
- SDG 9: Industry, innovation and infrastructure
Der Bericht zeigt die Entwicklung nicht nur für die EU und ihre Mitgliedstaaten, sondern bezieht in einzelnen Ländervergleichen auch die Schweiz, Norwegen und Island ein.
Viele Ziele entwickeln sich positiv – aber nicht überall im gleichen Tempo
Insgesamt zeigt sich ein gemischtes Bild über alle 17 SDGs: Bei den meisten Zielen verzeichnet die EU Fortschritte, gleichzeitig bleiben gewichtige Herausforderungen bestehen. Der Bericht unterstreicht, dass Nachhaltigkeitspolitik in Europa zwar Wirkung zeigt, Fortschritte aber nicht linear verlaufen und Zielkonflikte bestehen bleiben.
SDG Armut zeigt wo die Schweiz bei den Wohnkosten steht
Für das SDG 1 «No poverty» zum Beispiel weist der Bericht insgesamt nur moderate Fortschritte aus. 2024 waren in der EU 93,3 Millionen Menschen beziehungsweise 21,0 Prozent der Bevölkerung von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht; 2019 waren es noch 95,5 Millionen. Damit geht die Zahl zwar zurück, das Tempo reicht jedoch nicht aus, um das EU-Ziel zu erreichen, bis 2030 mindestens 15 Millionen Menschen aus Armut oder sozialer Ausgrenzung zu führen.
Der Bericht zeigt beispielsweise anhaltende Belastungen bei den Wohnkosten auf. Die Schweiz gehört im Vergleich zu anderen europäischen und EU-Staaten zu den Ländern mit hoher Belastung. In den letzten fünf Jahren verzeichnete sie sogar eine Verschärfung der Situation.
Weitere Informationen:
- Monitoring Report on progress towards the SDGs 2026 (auf Englisch)
- Overview of progress towards the SDGs 2026 (Kurzversion, auf Englisch)
- Medienmitteilung Eurostat (auf Englisch)
- Dossier von Eurostat zu den SDGs