Klimaschutzbeiträge für Kohlenstoffsenken: INFRAS unterstützt ein innovatives Projekt in Ghana, welches Kohlenstoff im Boden bindet und lokale Wertschöpfung bringt. Es wandelt Ernteabfälle in Pflanzenkohle um, welche die Bodenqualität verbessert. INFRAS vollzieht damit im eigenen Umweltmanagement ein Systemwechsel – weg von Klimakompensation und hin zu Klimaschutzbeiträgen.
Die Diskussion um freiwillige Klimakompensation oder «Offsetting» ist in den letzten Jahren intensiver geworden: Viele Expert:innen und Organisationen – darunter INFRAS – sehen darin keinen nachhaltigen Ansatz. Kompensationszahlungen erzielen oft nicht die geltend gemachte Wirkung und der Anspruch, eigene Treibhausgas-Emissionen damit «neutralisieren» zu können, wird kaum erreicht.
Deshalb hat sich INFRAS entschieden, beim eigenen Umweltmanagement einen Systemwechsel zu vollziehen – von der Klimakompensation zum Klimaschutzbeitrag. Bis 2019 wurden die Emissionen mit Zertifikaten kompensiert. Neu verprflichtet sich INFRAS, für jede emittierte Tonne einen bestimmten Betrag in Klimaschutzbeiträge zu investieren. Dafür hat sich INFRAS nun für die Finanzierung eines qualitativ hochwertigen Projekts mit hoher Integrität in Ghana entschieden.
Langfristige Bindung von Kohlenstoff
Die Klimaschutzbeiträge von INFRAS gehen in ein Pflanzenkohle-Projekt. Kern des Projekts ist der Einsatz von mobilen Pyrolyseöfen. Diese Öfen werden lokal produziert und jeweils einer Gruppe von rund sieben Kleinbauern zur Verfügung gestellt. In den Öfen werden Ernteabfälle pyrolysiert (d.h. u.a. unter Luftabschluss «verkohlt»). Dabei entsteht Pflanzenkohle, welche anschliessend in die Böden eingebracht wird. Der darin enthaltene Kohlenstoff wird langfristig gebunden. Gleichzeitig verbessert sich die Bodenfruchtbarkeit, was positive Effekte auf die Erträge hat. Die Kleinbauern werden für ihre Arbeit bezahlt.
Qualität und Integrität mit hohem Stellenwert
Das Projekt ist nach dem Schweizer Label CSI verifiziert. CSI verfolgt einen bewusst konservativen Ansatz bei der Anrechnung von Klimawirkungen. Dies reduziert das Risiko von Überschätzungen und erhöht die Glaubwürdigkeit der Klimabeiträge.
Es wird vom Projektentwickler atmosfair angeboten und durch die niederländische Firma Carboneers in Ghana umgesetzt.
Klimaschutzbeitrag vs. Klimakompensation
Das Modell des Klimaschutzbeitrags folgt dem Prinzip eines CO2-Schadenskostenpreises («Geld für Tonne»-Finanzierung), im Gegensatz zur Kompensation mit Zertifikaten («Tonne für Tonne»-Finanzierung). Der Schadenskostenpreis soll die gesellschaftlichen Kosten einer Tonne CO2 abbilden und die externen Kosten von Klimaschäden internalisieren. Mehr zur Problematik von freiwilliger Klimakompensation hier.
Höherer Preis – auch kurzfristige Wirkung vor Ort
Die Klimaschutzbeiträge leistet INFRAS im Rahmen des internen Umweltmanagaments für jene CO2-Restemissionen aus den Geschäftstätigkeiten, die nur schwer vermieden werden konnten. Der Preis im vorliegenden Biochar-Projekt liegt bei 180 Euro pro Tonne CO2-Äquivalent. Dieser ist wesentlich höher als bei den bisherigen Klimaschutz-Zertifikaten.
INFRAS ist überzeugt, dass neben der grundsätzlichen Notwendigkeit eines Systemwechsels zum Klimaschutzbeitrag und der hohen Qualität des Projekts in Ghana weitere Vorteile vorliegen: Die Entwicklung und Verbreitung der innovativen Technologie wird gefördert, und vor Ort werden Arbeitsplätze geschaffen und die Bodenqualität gesteigert.
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