Integration erneuerbarer Energien

Ein Politik-Fahrplan für die nächste Phase der Energie­wende

11. September 2026

Die Schweiz steht vor einer nächsten Etappe der Energiewende. Vom reinen Ausbau der Erneuerbaren verschiebt sich der Fokus auf ihre effiziente Integration ins System. Das Forschungsprojekt APPRAISE mit Beteiligung von INFRAS entwickelt im Auftrag des Bundesamts für Energie einen Politik-Fahrplan mit dem Ziel, die Integration von Erneuerbaren über die nächsten Jahre kosteneffizient und effektiv zu gestalten.


Ziel des Projekts ist insbesondere die Übersetzung technischer Erkenntnisse in umsetzbare, politische Massnahmen. (Foto: iStock / RossHelen)
Ziel des Projekts ist insbesondere die Übersetzung technischer Erkenntnisse in umsetzbare, politische Massnahmen. (Foto: iStock / RossHelen)

Die Energiewende in der Schweiz erreicht eine neue Phase. Während bislang der Ausbau erneuerbarer Energien im Mittelpunkt stand, rückt nun deren effiziente Integration ins Energiesystem in den Vordergrund. Mit zunehmender Verbreitung dezentraler und fluktuierender Energiequellen entstehen neue Anforderungen an Netze, Märkte und Regulierung.

Das Projekt APPRAISE setzt hier an und entwickelt im Rahmen des Forschungsprogramms Energie – Wirtschaft – Gesellschaft des Bundesamts für Energie Grundlagen für eine Weiterentwicklung der Energiepolitik. Geleitet wird das Projekt von der Forschungsstelle Energienetze (FEN) der ETH Zürich, zusammen mit Swiss Economics ist INFRAS Projektpartner.

Regulatorische Lücken bei wachsender Systemkomplexität

Bestehende Markt- und Regulierungsmechanismen schaffen bislang nur begrenzt Anreize für ein netz- und systemdienliches Verhalten von erneuerbaren Energien. Es besteht eine Lücke zwischen technischen Systemanforderungen und aktueller Energiepolitik. APPRAISE adressiert diese Herausforderung, indem technische Netz- und Systembedarfe mit dem Verhalten von Akteuren im Energiesystem sowie bestehenden Regulierungen gegenübergestellt werden. Ziel ist es, zentrale Lücken bei der Systemintegration von Erneuerbaren zu identifizieren.

Ein evidenzbasierter Fahrplan für die zweite Phase der Energiewende

Im Zentrum des Projekts steht die Entwicklung eines Politik-Fahrplans für die Schweizer Energiepolitik. Basierend auf Energiesystemmodellierungen soll dieser Fahrplan aufzeigen, welche regulatorischen Anpassungen erforderlich sind und zu welchem Zeitpunkt sie greifen sollten. Ein innovativer Ansatz ist die «triggerbasierte» Methodik: Der Politik-Fahrplan definiert den Zeitpunkt der bestmöglichen Einführung politischer Massnahmen anhand technischer Systemindikatoren. Damit soll eine adaptive, sichere und wirtschaftliche Integration erneuerbarer Energien ermöglicht werden.

Brücke zwischen Systemanalyse und Politikgestaltung

INFRAS übernimmt im Projekt eine zentrale Rolle in der Übersetzung technischer Erkenntnisse in umsetzbare Politik. Dies umfasst die Analyse bestehender energiepolitischer Instrumente, die Untersuchung von Investitions- und Entscheidungsprozessen zentraler Akteure im Energiesystem sowie, gemeinsam mit relevanten Stakeholdern, die Synthese der Ergebnisse in einen konsistenten Politik-Fahrplan. Den Fahrplan erarbeiten wir gemeinsam mit Stakeholdern wie dem AWEL, CKW, Groupe E, Axpo, BKW, economiesuisse, swisscleantech, swisssolar, und der Schweizerischen Energiestifung.

Weitere Informationen:

Projektteam

David Baumann Wissenschaftlicher Berater
Nicolas Schmid Bereichsleiter, Partner
Jürg Füssler Geschäftsleiter, Partner

Projekt

Adaptiver Politik-Fahrplan für die effiziente Integration erneuerbarer Energien

Laufzeit

Laufend

Themen


Leistungen


Auftraggeber

Bundesamt für Energie (BFE)

Kontakt

Nicolas Schmid Bereichsleiter, Partner