Der Weg zu mehr Klimaschutz und Klimaresilienz ist nun gesetzt: Der Kanton Thurgau konkretisiert mit dem Massnahmenplan Klima seine Klimastrategie. 71 Massnahmen verbinden bestehende Aktivitäten mit neuen Ansätzen. INFRAS begleitete für das Amt für Umwelt den Entwicklungsprozess fachlich und methodisch.
Die Folgen des Klimawandels sind auch im Kanton Thurgau zunehmend spürbar. Häufigere Hitzeperioden, längere Trockenzeiten sowie intensivere Starkniederschläge führen zu steigenden Risiken für Bevölkerung, Wirtschaft und Umwelt.
Vor diesem Hintergrund genehmigte der Regierungsrat 2023 die Klimastrategie des Kantons, die bereits zusammen mit INFRAS erarbeitet worden war. Der nun vom Regierungsrat genehmigte Massnahmenplan Klima 2027–2031 zeigt auf, wie die Ziele der Klimastrategie in den kommenden Jahren konkret umgesetzt werden sollen.
Breiter Massnahmenmix für Klimaschutz und Anpassung
Der Massnahmenplan umfasst insgesamt 71 Massnahmen. Davon entfallen 42 auf den Klimaschutz, 21 auf die Anpassung an den Klimawandel und acht auf sektorübergreifende Querschnittsfelder. Die Massnahmen decken sämtliche 15 Sektoren der kantonalen Klimastrategie ab – von Energie, Gebäuden und Verkehr über Landwirtschaft, Wasserwirtschaft und Biodiversität bis hin zu Gesundheit, Bildung und öffentlicher Beschaffung.
Die Ziele der Klimastrategie:
Die Klimastrategie des Kantons Thurgau deckt die Bereiche Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel ab. In der Strategie festgelegt sind die Ziele, die Treibhausgasemissionen bis 2030 gegenüber 1990 um 50 Prozent zu reduzieren sowie bis 2050 Netto-Null zu erreichen. Ausserdem sollen die Risiken minimiert und die Chancen genutzt werden, die sich durch die Auswirkungen des Klimawandels ergeben. Die Klimastrategie setzt den Handlungsbedarf in 15 Sektoren und drei Querschnittsfeldern fest.
Rund zwei Drittel der 71 Massnahmen bauen auf bestehenden Aktivitäten und Strategien des Kantons auf und entwickeln diese gezielt weiter. Ergänzt werden sie durch neue Ansätze, etwa Pilotprojekte, Beratungsangebote, Förderinstrumente und rechtliche Anpassungen.
Schlüsselmassnahmen als Basis für weitere Aktivitäten
Besondere Bedeutung kommen 22 sogenannten Schlüsselmassnahmen zu. Sie adressieren zentrale Emissionsquellen oder Klimarisiken und schaffen wichtige Voraussetzungen für die Umsetzung weiterer Aktivitäten. Zu den Schwerpunkten zählen unter anderem die der Ersatz fossiler Heizsysteme, die Förderung der Elektromobilität, klimaoptimierte Produktionsformen in der Landwirtschaft, ein integrales Wassermanagement sowie die stärkere Verankerung von Klimaaspekten in der Raumplanung.
Bestehendes berücksichtigt, Synergien genutzt
Die Erarbeitung des Massnahmenplans erfolgte in einem mehrjährigen, partizipativen Prozess unter der Leitung des Amts für Umwelt des Kantons Thurgau. Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Departemente, kantonaler Fachstellen, Gemeinden, Verbände sowie weiterer externer Akteure wirkten an der Entwicklung und Priorisierung der Massnahmen mit.
Die breite Verankerung stellte sicher, dass bestehende Strategien und Konzepte berücksichtigt, Synergien genutzt und die unterschiedlichen Anforderungen der einzelnen Sektoren zusammengeführt werden konnten.
INFRAS begleitete den Prozess als externe Fachunterstützung. Das Projektteam verantwortete die methodische Konzeption, unterstützte die sektorübergreifende Koordination und begleitete die Entwicklung des Massnahmenplans über die verschiedenen Bearbeitungs- und Konsultationsphasen hinweg.
Dynamisches Instrument, das weiterentwickelt werden kann
Der Massnahmenplan ist ein dynamisches Instrument, das auf neue Erkenntnisse und Entwicklungen reagieren kann und die Transformation hin zu einer klimaverträglichen und klimaresilienten Zukunft unterstützt. Ein jährliches Controlling und eine Bilanzierung nach fünf Jahren stellen sicher, dass die Massnahmen umgesetzt und bei Bedarf weiterentwickelt werden.
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