Ökologischer Verkehrsmittelvergleich

Klimawirkung und Umweltkosten im Verkehrs­mittelvergleich

2. März 2021

Schiene, Strasse, Luft und Wasser: Im Auftrag des Umweltbundesamts haben INFRAS und das Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu) sowohl Klimawirkung und -kosten als auch Lebenswegabschnitte der wichtigsten Transportmittel in Deutschland bewertet. Mit diesem umfassenden Ansatz geht die Studie deutlich über bisherige Vergleiche hinaus.


Fahrräder, Busse und Pkws teilen sich eine Strasse in Berlin. Die Studie bewertet Verkehrsmittel auch hinsichtlich der Fläche, die sie für sich beanspruchen. (Foto: Keystone-SDA)
Fahrräder, Busse und Pkws teilen sich eine Strasse in Berlin. Die Studie bewertet Verkehrsmittel auch hinsichtlich der Fläche, die sie für sich beanspruchen. (Foto: Keystone-SDA)

Ob vor, während oder nach der Fahrt: Verkehrsmittel beeinflussen die Umwelt in verschiedenen Nutzungsphasen. Im Auftrag des Umweltbundesamts (UBA) haben INFRAS und das Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu) den ökologischen Fussabdruck der wichtigsten Verkehrsarten im Personen- und Güterverkehr in Deutschland miteinander verglichen – von der Herstellung der Fahrzeuge über deren Nutzung bis hin zum Flächenbedarf und der Entsorgung. Basierend auf Kennzahlen aus dem Jahr 2017 und der Methodenkonvention 3.0 des UBA hat das Projektteam die ökologische Performance der Transportmittel im Nah- und Fernverkehr, auf Schienen und Strassen, in der Luft und im Wasser analysiert. Die Studie liefert ein methodisches Instrument, um Verkehrsarten im Status quo zu vergleichen und systemische Änderungen im Verkehrssystem zu quantifizieren.

Im Fernverkehr sind Busse klimafreundlicher als die Bahn

Mit dem Fahrrad zur Arbeit, mit dem Pkw in den Baumarkt oder mit dem Zug in die Stadt? Mit unserer Transportmittelwahl beeinflussen wir die ökologischen Auswirkungen des Verkehrs. Nahezu jede dritte Wegstrecke wird in Deutschland mit dem Fahrrad oder zu Fuss zurückgelegt – die verbleibenden Fahrten jedoch mit für die Umwelt deutlich weniger günstigen Verkehrsmittel. Die Klimabilanz von Fahrrädern und Pedelecs ist zehn- bis zwanzigmal besser als von Pkws, die Treibhausgasemissionen durch den motorisierten Individualverkehr sind pro Personenkilometer zudem zwei- bis dreimal höher als bei Strassen-, Stadt- und U-Bahnen. Im Personenfernverkehr schneiden Fernlinienbusse am besten ab, knapp gefolgt vom Schienenfernverkehr. Viel höhere Klimawirkungen weisen Personenwagen sowie der Luftverkehr auf: Ihre Klimawirkung ist etwa vier- bis fünfmal höher als bei der Bahn und sechs- bis siebenmal höher als beim Fernbus.

Was kostet uns das?

Jedes Transportmittel verursacht Kosten: Einerseits individuelle Kosten, die durch die Anschaffung und die Nutzung anfallen, andererseits externe Umwelt- und Klimakosten, für die die gesamte Gesellschaft aufkommen muss. Dazu zählen Gesundheitskosten durch schädliche Emissionen oder Klimafolgekosten durch die Emission von Treibhausgasen. Am teuersten kommt der Gesellschaft in Deutschland der inländische Flugverkehr zu stehen. Mit knapp acht Cent pro Personenkilometer (Pkm) verursachen Flüge im Inland deutlich höhere externe Kosten, als bei Fahrten mit Linienfernbussen (0.8 bis 1 Cent pro Pkm) oder mit der Bahnfernverkehr (ca. 1.4 Cent pro Pkm) anfallen. Für den Personenfernverkehr empfehlen die StudienautorInnen deshalb, im öffentlichen Verkehr durch attraktive Angebote eine möglichst hohe Auslastung zu erreichen. Auch Preissignale können als Instrument verwendet werden, um ökologischere Verkehrsarten zu stärken: Würden die Umweltkosten den jeweiligen Verkehrsträgern angelastet werden, verteuerte sich beispielsweise der motorisierte Individualverkehr. Unbequemer wird die kurze Autofahrt dadurch nicht, aber kostspieliger.

Weitere Informationen
«Umweltfreundlich mobil!», Broschüre mit Kurzfassung der Ergebnisse
Schlussbericht (vollständiger Forschungsbericht)

Projektteam

Daniel Sutter Geschäftsleiter, Partner
Hans-Jörg Althaus Bereichsleiter, Partner

Projekt

Ökologische Bewertung von Verkehrsarten

Laufzeit

2016 - 2020

Themen


Leistungen


Auftraggeber

Umweltbundesamt UBA

Kontakt

Daniel Sutter Geschäftsleiter, Partner