Wie die Qualität in der Förderung von Grundkompetenzen von Erwachsenen weiterentwickeln? Ein neuer Praxisleitfaden der Nationalen IIZunterstützt staatliche Stellen und Institutionen dabei, ein gemeinsames Qualitätsverständnis zu entwickeln. INFRAS hat den Leitfaden erarbeitet.
Für die Integration am Arbeitsmarkt und die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben sind Grundkompetenzen wie Lesen, Schreiben, Rechnen – aber auch die Nutzung von Kommunikationstechnologien – fundamental. An der Förderung von Grundkompetenzen im Erwachsenenalter sind zahlreiche Akteur:innen aus Bildung, Arbeitsintegration und Sozialbereich beteiligt.
Der neue Praxisleitfaden «Qualität in der Förderung von Grundkompetenzen» der Nationalen IIZ schafft eine gemeinsame Referenzbasis und unterstützt dabei, die Förderung der Grundkompetenzen systematisch weiterzuentwickeln.
Nachschlagewerk für breites Feld von Akteur:innen
Der Leitfaden versteht sich als praxisnahes Nachschlagewerk und Reflexionsinstrument. Er ist online über die IIZ-Website zugänglich. Er richtet sich an staatliche Stellen und Institutionen, die mit der Förderung von Grundkompetenzen von Erwachsenen befasst sind. Dazu gehören Fachpersonen aus der Arbeitslosenversicherung, der Invalidenversicherung, der Sozialhilfe, dem Bildungswesen sowie der Integrationsförderung.
Verbesserung der Qualität entlang von fünf Dimensionen
Die Struktur des Leitfadens bilden fünf Qualitätsdimensionen, welche die Richtung für die gemeinsame Qualitätsentwicklung vorgeben. Sie umfassen
- die Kommunikation,
- die Vernetzung und institutionalisierte Zusammenarbeit zwischen relevanten Akteuren,
- die Durchlässigkeit von Bildungs- und Unterstützungsangeboten,
- die Abstimmung auf die Bedürfnisse der Zielgruppen sowie
- die fachliche Beratung und Begleitung.
Der Leitfaden zeigt zu jeder Qualitätsdimension, welche Punkte staatliche Stellen in ihrer Förderung der Grundkompetenzen beachten können und was mögliche Lösungsansätze sind, um die Qualität zu verbessern.
Detaillierte Praxisbeispiele machen Qualität greifbar
Der Leitfaden enthält auch Praxisbeispiele, die als Inspiration und Hilfestellung dienen sollen, was konkret getan werden kann. Rund 50 Beispiele hat INFRAS dafür detailliert in Steckbriefen aufbereitet. Die Praxisbeispiele umfassen Strategien, Methoden, Instrumente und Tools, welche in den Kantonen bereits heute angewandt werden.
Der Praxisleitfaden ist unter Federführung von INFRAS entstanden. In einem mehrstufigen Arbeitsprozess wurden zunächst die Bedürfnisse der Praxis in den staatlichen Vollzugsstellen abgeholt. Danach wurden mögliche Varianten einer Umsetzung des Leitfadens geprüft und die favorisierte Variante der nun vorliegenden Online-Version im Detail ausformuliert. Eine breit abgestützte Arbeitsgruppe der Nationalen IIZ mit Vertretungen von Bund, Kantonen, Verbänden und Fachorganisationen begleitete den Arbeitsprozess.
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