Zeitvorsorge in St.Gallen – ein Zukunftsmodell?

19. April 2018

Beim Einkaufen helfen, zum Coiffeur begleiten oder miteinander Karten spielen: Beim «Zeitvorsorgemodell» können SeniorInnen betagte Menschen in deren Alltag unterstützen. Sie selbst erhalten dafür wiederum eine Zeitgutschrift, die sie einlösen können, wenn sie später selber Hilfe brauchen. Wie bewährt sich diese Idee in der Praxis? INFRAS hat das Pilotprojekt in St. Gallen in Zusammenarbeit mit Careum Forschung und Prof. Höpflinger evaluiert und zieht ein positives Fazit. Drei Viertel der befragten Personen, die im Rahmen des Zeitvorsorgemodells unterstützt werden, haben eine höhere Lebensqualität und fühlen sich weniger einsam. Die freiwilligen Helfer freuen sich, dass ihr Engagement wertgeschätzt wird und sehen die Zeitgutschrift als Teil ihrer Altersvorsorge. Die Studie liefert zudem erste Hinweise dafür, dass langfristig das gesamte Gesundheitswesen vom Modell profitieren könnte: So könnte das «Zeitvorsorge»-Konzept die Versorgungssicherheit in der Gemeinde erhöhen und Pflegeheimeintritte verzögern oder sogar vermeiden.


Rund 200 Personen – Leistungsbeziehende und Zeitvorsorgende – nehmen derzeit an dem 2012 initiierten Pilotprojekt in St.Gallen teil. Die Mehrheit der teilnehmenden Personen beurteilen das Projekt positiv. (Foto: Keystone)
Rund 200 Personen – Leistungsbeziehende und Zeitvorsorgende – nehmen derzeit an dem 2012 initiierten Pilotprojekt in St.Gallen teil. Die Mehrheit der teilnehmenden Personen beurteilen das Projekt positiv. (Foto: Keystone)

In der SRF-Sendung «Schweiz aktuell» vom 12. Januar 2018 hat INFRAS-Bereichsleiterin Judith Trageser Stellung zum Thema «Zeitvorsorge» bezogen. Den Beitrag – «Rüstige Rentner helfen Betagten» und das Interview finden Sie hier (ab Minute 7.55).

Evaluation des Projektes Zeitvorsorge der Stadt St.Gallen


Auftraggeber

Amt für Gesellschaftsfragen, Stadt St.Gallen

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Kontakt

Judith Trageser Bereichsleiterin, Partnerin
judith.trageser@infras.ch

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