Dekarbonisierung des Personenverkehrs

Was bedeutet klimaneutrale Mobilität bis 2050 für die Schweizer Wirtschaft?

11. Februar 2022

Die Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor sollen stark gesenkt werden. Wie kann das mit möglichst günstigen wirtschaftlichen Effekten für die Schweiz gelingen? Gemeinsam mit der ETH Zürich hat INFRAS im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms NFP 73 Zukunftsszenarien für eine klimaneutrale Mobilität erarbeitet.


Die fachliche und politische Diskussion zur klimaneutralen Mobilität in der Schweiz steht noch am Anfang. (Foto: Keystone-SDA)
Die fachliche und politische Diskussion zur klimaneutralen Mobilität in der Schweiz steht noch am Anfang. (Foto: Keystone-SDA)

Der Verkehr trägt massgeblich zu den Treibhausgasemissionen in der Schweiz bei. Wie können diese möglichst wirtschafts- und gesellschaftsverträglich verringert werden? Mit dieser Frage, zu der es noch wenig Grundlagen gibt, hat sich ein Team von INFRAS und der ETH Zürich im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms NFP 73 befasst.

Szenarien für Dekarbonisierung des Personenverkehrs bis 2050

In Szenarien wurde untersucht, wie die Emissionen aus dem Personenverkehr bis 2050 gesenkt werden könnten und welche wirtschaftlichen Auswirkungen die Massnahmenpakete haben. Das Projekt stützt sich auf wissenschaftliche Modellrechnungen und den Einbezug von marktnahem Expertenwissen. Im Zentrum der Analyse standen drei Stossrichtungen:

  1. Verbesserung der Treibstoff-/Motoreneffizienz und Elektrifizierung von Personenwagen,
  2. erhöhte Auslastung von Personenwagen,
  3. Förderung des öffentlichen Verkehrs (öV), modale Verlagerung vom privaten (MIV) zum öV.

Kombination verschiedener Massnahmen erforderlich

Die Analyse zeigt, dass keine Stossrichtung allein die angestrebte Dekarbonisierung des Personenverkehrs bis 2050 erreichen kann. Auch eine Kombination der gesamten Potentiale der drei untersuchten Stossrichtungen führt noch nicht zur vollständigen Dekarbonisierung des Verkehrs in der Schweiz. Der Zielbeitrag liegt bei 80% bis 2050. Für eine komplette Dekarbonisierung mit günstigen wirtschaftlichen Wirkungen sind zusätzliche Massnahmen notwendig, die Planungssicherheit für die Akteure geben.

Damit das emissionsseitig bedeutendste Strategieelement – die Förderung des batterieelektrischen Verkehrs – rascher wirkt, braucht es zusätzlich ein Verbot von fossil betriebenen Fahrzeugen (Verbrennerverbot). Zusammen mit der Massnahmenkombination aus den drei Stossrichtungen kann die Dekarbonisierung bis 2050 mit viel höherer Wahrscheinlichkeit bei positiven wirtschaftlichen Wirkungen erreicht werden.

Informationen zum Nationalen Forschungsprogramm NFP 73

INFRAS führt die Studie gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Ökonomie/Ressourcenökonomik der ETH Zürich durch. Das Projekt ist Teil des Nationalen Forschungsprogramms «Nachhaltige Wirtschaft». Ziel des Forschungsprogramms ist es, Handlungs- und Orientierungswissen für eine nachhaltige Wirtschaft zu erarbeiten und dabei Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft ganzheitlich zu betrachten.

Publikationen

Projektteam

Martin Peter Bereichsleiter Wirtschaft und Umwelt, Partner
Vanessa Angst Projektleiterin
Markus Maibach Bereichsleiter, Partner

Projekt

Economic impact of decarbonisation scenarios in the transport sector in Switzerland

Laufzeit

2016 - 2021

Themen


Leistungen


Auftraggeber

NFP 73 des Schweizerischen Nationalfonds (SNF)

Downloads


Kontakt

Martin Peter Bereichsleiter Wirtschaft und Umwelt, Partner