Beim Energiemanagement können Unternehmen noch zulegen

25. April 2018

Rund 10'000 Unternehmen in der Schweiz gelten als «Energiegrossverbraucher», die pro Jahr mehr als 0,5 GWh Strom oder mehr als 5 GWh thermische Energie verbrauchen. Die Energieeffizienz hat für sie mehrheitlich keine strategische Bedeutung. Dies zeigt sich auch an ihrem Energiemanagement: Häufig beschränkt sich dieses darauf, den eigenen Energieverbrauch zu analysieren sowie Kosten und Einsparungen von Effizienzmassnahmen zu berechnen. Dessen Einfluss auf Investitionsentscheide bleibt aber gering. Und um zu messen, ob umgesetzte Projekte die erwarteten Einsparungen bringen, fehlen dem Energiemanagement in der Regel die Ressourcen. Wie also kann die Energie- und Klimapolitik dazu beitragen, dass die Energieeffizienz vermehrt zur Chefsache wird? Erstens, indem sie in Zielvereinbarungen mit Unternehmen stärkere Effizienzfortschritte verlangt, die sie als zwingende Gegenleistung für eine CO2-Abgabebefreiung fordert; zweitens, indem sie mit flankierenden Massnahmen im Bereich der Information, Aus- und Weiterbildung sowie Fachberatung dazu beiträgt, dass das Profil des betrieblichen Energiemanagements geschärft und mit besserem Argumentarium sowie Tools ausgerüstet ist; und drittens, indem sie den Diskurs zu höheren Energieabgaben sowie weitergehenden Vorschriften – zum Beispiel ein obligatorisches Energieaudit für Grossverbraucher – sachlich und engagiert weiterführt.


Hat die Energieeffizienz in einem Unternehmen strategische Bedeutung, verfügt es in der Regel über ein wirksames Energiemanagement und investiert häufiger in Energieeffizienzmassnahmen. (Foto: Keystone)
Hat die Energieeffizienz in einem Unternehmen strategische Bedeutung, verfügt es in der Regel über ein wirksames Energiemanagement und investiert häufiger in Energieeffizienzmassnahmen. (Foto: Keystone)

Welche Rolle, Bedeutung und Treiber hat das Energiemanagement in Unternehmen mit hohem Energieverbrauch? Wie laufen Entscheidungsprozesse ab, die Investitionen in Energieeffizienz vorangehen? Und welche Auswirkungen hat das Energiemanagement auf diese Entscheidungsprozesse? Im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms NFP 71 haben INFRAS, die Université de Neuchâtel und Impact Energy diese Fragen untersucht und dafür mehr als 300 Energiegrossverbraucher-Unternehmen befragt und die Ergebnisse in vertiefenden Interviews (26 Unternehmen) und Fallstudien (5 Unternehmen) verdichtet. Sie möchten sich vertiefen? Dann besuchen Sie die Projektwebseite des Nationalen Forschungsprogramms NFP 71 oder laden sie das Management-Summary sowie den Hauptbericht hier herunter (englisch).

Management as a Key Driver of Energy Performance


Auftraggeber

Schweiz. Nationalfonds

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Kontakt

Rolf Iten Geschäftsleiter, Partner
rolf.iten@infras.ch

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