Fachkräftemangel MPA

Fehlende Praxisassistent:innen: Status quo und Lösungs­ansätze für den Kanton Zürich

12. März 2026

Die Ausbildungszahlen steigen – und doch wird es für Arztpraxen im Kanton Zürich immer schwieriger, medizinische Praxisassistent:innen zu finden. Eine Studie von INFRAS geht dem Ausmass und den Ursachen für den Fachkräftemangel nach und zeigt mögliche Lösungsansätze auf.


Fordernde Arbeitsbedingungen: Die Ansprüche an MPA sind in den letzten Jahren gestiegen. (Foto: Keystone / Gaëtan Bally)
Fordernde Arbeitsbedingungen: Die Ansprüche an MPA sind in den letzten Jahren gestiegen. (Foto: Keystone / Gaëtan Bally)

Medizinische Praxisassistent:innen (MPA) sind wichtige Stützen der ambulanten Versorgung. Seit mehreren Jahren melden Zürcher Arztpraxen zunehmende Schwierigkeiten bei der Rekrutierung.

Für die Ärztegesellschaft des Kantons Zürich hat INFRAS untersucht, wie stark der Fachkräftemangel ausgeprägt ist, welche Ursachen ihm zugrunde liegen und welche Entwicklungen ihn verstärken. Die Studie kombiniert quantitative Daten mit qualitativen Einschätzungen aus Praxis, Ausbildung und Berufsorganisationen. Es wurde u.a. eine Online-Befragung bei Arztpraxen durchgeführt sowie in einer Fokusgruppe die Perspektive der MPA eingeholt.

Quantitativer Mangel deutlich sichtbar – verschiedene Ursachen

Rund ein Viertel der Zürcher Arztpraxen haben an der Online-Befragung für die Studie teilgenommen. Die Auswertung zeigt: Es fehlen ca. 12 MPA pro hundert 100 Ärzt:innen. Hochgerechnet auf den ganzen Kanton entspricht dies etwa 440 Vollzeitstellen.

Für den Mangel gibt es mehrere Gründe: Zum einen gibt es einen höheren Personalbedarf. Die Patientenzahlen sind gestiegen, es gibt zunehmenden administrativen Aufwand, komplexere Fälle und ärztliche Aufgaben werden vermehrt an MPA delegiert. Zwar werden mehr MPA ausgebildet, jedoch nicht genug, um den Bedarf zu decken. Es fehlen Ausbildungsplätze: nur rund die Hälfte der Praxen bildet Lernende aus. Zudem steigen jedes Jahr viele Absolvent:innen direkt nach der MPA-Lehre aus dem Beruf aus.

Komplexere Anforderungen im MPA-Alltag

Ein qualitativer Mangel lässt sich insgesamt nicht feststellen. Allerdings deuten Rückmeldungen darauf hin, dass soziale, kommunikative und organisatorische Kompetenzen angesichts komplexerer Anforderungen im MPA-Alltag stärker gewichtet werden sollten. Gleichzeitig wird die öffentliche Wahrnehmung des Berufs als verbesserungswürdig eingestuft.

Strukturelle Hebel und Entwicklungspotenziale

Die INFRAS-Studie hält Handlungsfelder und Empfehlungen auf politischer und strategischer Ebene bei AGZ und Schulen sowie auf operativer Ebene bei den Praxen fest, um den Fachkräftemangel bei den medizinischen Praxisassisten:innen zu entschärfen.

Dabei geht es darum, mehr Lehrstellen zu schaffen, mehr Schulabgänger:innen für die Ausbildung zu gewinnen und die Ausstiegsquote aus dem Beruf zu senken. Ansatzpunkte dafür sind z.B. eine gezielte Förderung von Ausbildungs-Praxen, flexiblere Ausbildungspfade sowie eine angepasste Lohnempfehlung oder eine Aufwertung des Berufsbilds.

Weitere Informationen:

Projektteam

Judith Trageser Bereichsleiterin, Partnerin
Thomas von Stokar Geschäftsleiter, Partner

Projekt

Studie zum Mangel an Medizinischen Praxisassistent:innen im Kanton Zürich

Laufzeit

2025

Themen


Leistungen


Auftraggeber

Ärztegesellschaft des Kantons Zürich AGZ

Kontakt

Judith Trageser Bereichsleiterin, Partnerin