Die energetische Sanierung des Gebäudebestands ist ein wichtiger Hebel der Schweizer Energie- und Klimapolitik. Das Forschungsprojekt REFRESH mit Beteiligung von INFRAS untersucht im Auftrag des Bundesamts für Energie, wie neue politische Rahmenbedingungen Investitionen in energetische Sanierungen stärken können. Ziel ist es, evidenzbasierte Grundlagen für zukünftige Förderinstrumente bereitzustellen.
Die Reduktion der CO2-Emissionen im Gebäudesektor ist entscheidend für die Erreichung der nationalen Klimaziele. Gleichzeitig zeigen aktuelle Entwicklungen, dass die Sanierungsraten zu niedrig bleiben und bestehende Anreize teilweise abgebaut werden, wie z.B. durch die Reduktion steuerlicher Anreize mit der Abschaffung des Eigenmietwerts oder reduzierten Förderbudgets aufgrund des öffentlichen Spardrucks. Zudem bestehen diverse Hemmnisse für energetische Gebäudesanierungen, seien es wirtschaftliche, regulatorische, technische oder sozio-kulturelle (vgl. das Projekt «Umbau statt Ersatzneubau»).
Vor diesem Hintergrund setzt das Forschungsprojekt REFRESH an, um im Auftrag des Bundesamts für Energie neue Ansätze zur Steigerung der Gebäudesanierungsrate zu untersuchen und analysieren.
Fundierte Entscheidungsgrundlagen gesucht
Das Projekt untersucht, wie Investitionsentscheidungen von Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümern unter veränderten Rahmenbedingungen beeinflusst werden können. Ziel von REFRESH ist es, konkrete politische Massnahmen zu identifizieren und deren Wirkung auf Investitionsverhalten, Energieverbrauch und Emissionen zu bewerten. So sollen fundierte Entscheidungsgrundlagen für Bund und Kantone bereitgestellt werden.
Dazu kombiniert das Projekt verschiedene wissenschaftliche Methoden, darunter eine Umfrage, Interviews mit Fachpersonen, ein Feldexperiment sowie energieökonomische Modellierungen. Dieser integrierte Ansatz ermöglicht es, sowohl Präferenzen als auch tatsächliches Verhalten von Akteuren zu analysieren.
INFRAS gestaltet Politikansätze und integriert Ergebnisse
REFRESH wird von der ZHAW geleitet und in Zusammenarbeit mit INFRAS, UniDistance Suisse, und Norm Technologies umgesetzt. Es läuft von 2026 bis 2029 und wird im Rahmen des Energieforschungsprogramms Energie–Wirtschaft–Gesellschaft (EES/EWG) durchgeführt. Auch der Kanton St. Gallen unterstützt das Projekt finanziell. Raiffeisen Schweiz dient als Praxispartner beim Feldexperiment.
INFRAS übernimmt im Projekt eine zentrale Rolle in der Entwicklung und Bewertung von Politikmassnahmen. Darüber hinaus koordiniert INFRAS die Synthese der Ergebnisse aus den verschiedenen Arbeitspaketen und leitet daraus konsistente Handlungsempfehlungen ab.
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