Kosten- und Nutzenanalyse

Verkehrslärm reduzieren: Massnahmen zur Förderung leiser Reifen im Vergleich

29. Juni 2020

Jede siebte Person in der Schweiz leidet an ihrem Wohnort unter übermässigem Stras­senverkehrslärm. Eine Möglichkeit, um den Lärm zu reduzieren: Der Einsatz leiserer Reifen. Für das Bundesamt für Umwelt hat INFRAS die Kosten und Nutzen verschiedener Fördermassnahmen analysiert.


Lohnender Wechsel: Leise Reifen können den Verkehrslärm deutlich reduzieren. (Foto: Keystone-SDA)
Lohnender Wechsel: Leise Reifen können den Verkehrslärm deutlich reduzieren. (Foto: Keystone-SDA)

Die Lärmbelastung in der Schweiz ist hoch: Allein rund jede siebte Person leidet an ih­rem Wohnort unter übermässigem Strassenverkehrslärm – also einer Lärmbelastung ober­halb des zugelassenen Grenzwertes. Im Jahr 2017 hat der Bundesrat einen na­tio­na­len Massnahmenplan verabschiedet, um die Lärmbelastung der Bevölkerung zu ver­rin­gern. Als eine mögliche Massnahme hält der Katalog die Förderung sogenannter ‘leiser Reifen’ fest. Gemeint sind Reifen, die beispielsweise dank ihrer Gummimischung und Här­te ein geringeres Rollgeräusch verursachen – und damit den Verkehrslärm deutlich reduzieren können.

Vier Fördermassnahmen im Fokus

Im Auftrag des Bundesamts für Umwelt (BAFU) hat INFRAS die Kosten und Nutzen von vier möglichen Massnahmen analysiert, mit denen der Bund den Einsatz leiser Reifen fördern könnte.

  • Informationskampagne: Das BAFU lanciert eine Kampagne zur Förderung leiser Rei­fen in Zusammenarbeit mit der Branche und anderen Ämtern.
  • Freiwillige Branchenvereinbarung: Mit der Branche werden freiwillige Ziele zur För­de­rung leiser Reifen vereinbart.
  • Finanzielle Anreize: Über finanzielle Anreize in Form eines Bonus/Malus-Systems wer­den leise Reifen gefördert.
  • Verbot: Per Gesetz gilt, dass nur noch Reifen mit einer Schallwelle (gemäss Rei­fen­la­bel bzw. Reifenetikett) importiert werden dürfen.

Volkswirtschaftliche Wirkungen

Basierend auf Experteninterviews, einer Literatur- und Dokumentenanalyse sowie einer quantitativen Abschätzung der Umweltwirkung bewertet die Studie die Massnahmen ent­lang der Kriterien Effektivität (Zielerreichungsgrad), Kosten, Effizienz (Verhältnis von Nutzen zu Kosten), Verteilungswirkungen (zwischen verschiedenen sozialen Gruppen) sowie Zweckmässigkeit im Vollzug. In Ihrer Gesamtbeurteilung bewerten die Stu­di­en­au­to­rIn­nen unter anderem die Massnahme einer Branchenvereinbarung aus Effizienzsicht positiv: Aufwand und Kosten sind überschaubar und es besteht ein erhebliches Po­ten­zi­al, die Nachfrage nach leisen Reifen positiv zu beeinflussen und somit eine spürbar po­si­ti­ve Lärmwirkung zu erreichen. Mögliche Verbotsmassnahmen umsetzen, beurteilt die Studie hingegen als rechtlich schwer realisierbar.

Alle Ergebnisse und weitere Informationen zum Thema im Überblick:

Projektteam

Maura Killer Wissenschaftliche Beraterin
Daniel Sutter Geschäftsleiter, Partner
Beatrice Ehmann Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Projekt

Kosten-/Nutzenbetrachtung von Massnahmen zur Förderung leiser Reifen

Laufzeit

2019 - 2020

Themen


Leistungen


Auftraggeber

Bundesamt für Umwelt (BAFU)

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Kontakt

Maura Killer Wissenschaftliche Beraterin