Mobility Pricing zur Glättung der Ver­kehrs­spit­zen in Liechtenstein

17. Januar 2020

Vor allem morgens und abends staut sich auf den Strassen Liechtensteins der Ver­kehr. Modellberechnungen zeigen: Eine fahrleistungsabhängige Abgabe könnte das Verkehrsaufkommen im Fürstentum zu Spitzenzeiten deutlich reduzieren.


An der Grenze Liechtensteins kommt es regelmässig zu Staus – Mobility Pricing könnte diese reduzieren. (Foto: Keystone-SDA)
An der Grenze Liechtensteins kommt es regelmässig zu Staus – Mobility Pricing könnte diese re­du­zie­ren. (Foto: Keystone-SDA)

Die Mehrheit der Beschäftigten in Liechtenstein pendelt. Viele von ihnen fahren mit dem Au­to aus der Schweiz oder Österreich zu ihrer Arbeitsstätte ins Fürstentum. Vor al­lem in den Morgen- und Abendstunden sind einzelne Strassenabschnitte – ins­be­son­de­re an Grenzübergangen – überlastet. Im Auftrag der Stiftung Zukunft.li hat INFRAS un­ter­sucht, wie sich Mobility Pricing, also fahrleistungsabhängige Abgaben statt fixer Steu­ern, auf das Verkehrsaufkommen im Personenverkehr auf der Strasse in Liechtenstein auswirken würden.

Das Ergebnis: Mobility Pricing kann das Verkehrsaufkommen in Liechtenstein deutlich glät­ten. Bei einer fahrleistungsabhängigen Gebühr in Höhe von 40 Rappen pro Ki­lo­me­ter im motorisierten Individualverkehr können die Fahrleistungen zu Spitzenzeiten um über 20 Prozent abnehmen. Das Staurisiko würde spürbar reduziert, heutige Ver­lust­zei­ten während der Rushhours könnten minimiert werden. Die Fahrleistungen in Liech­ten­stein würden insgesamt um rund sieben Prozent sinken. In diesem Modell würde die Mo­torfahrzeugsteuer abgeschafft werden.

Für die Studie haben die AutorInnen konkrete Modelle entwickelt, mit denen die Spitzen im motorisierten Individualverkehr in Liechtenstein geglättet werden könnten. Für ein fahrleistungsabhängige Kilometer-Abgabe zu Spitzenzeiten haben sie analysiert, welche Auswirkungen diese auf das Verkehrsaufkommen hätte – und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssten, damit diese umgesetzt werden könnten. Die Studie dient in erster Linie als Gedankenanstoss für die künftige Mobilitätsstrategie des Landes. Sie soll dazu beitragen, innovative Instrumente zu entwickeln um heutige Verkehrsprobleme zu lö­sen. Weitere Informationen zur Studie finden Sie auf der Web­sei­te der Stif­tung Zu­kunft.li.

Sie möchten sich vertiefen? INFRAS hat in verschiedenen Projekten das Thema ‘Mobility Pricing’ untersucht – unter anderem am Beispiel Region Zug im Auftrag des Bundesamts für Strassenwesen (ASTRA).

Mobility Pricing Liechtenstein


Auftraggeber

Stiftung Zukunft.li

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Kontakt

Markus Maibach Bereichsleiter, Partner
markus.maibach@infras.ch

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