ÖV-Preisvergleich

Schweizer öV-Preise liegen im europäischen Mittelfeld

19. Januar 2022

Die Schweiz glänzt mit durchschnittlichen Preisen und hervorragender Angebotsqualität. Das zeigt die aktuelle INFRAS-Studie im Auftrag von LITRA Informationsdienst für den öffentlichen Verkehr, die bereits zum vierten Mal durchgeführt worden ist.


Die öV-Preise in der Schweiz liegen im europäischen Durchschnitt. (Foto: Keystone)
Die öV-Preise in der Schweiz liegen im europäischen Durchschnitt. (Foto: Keystone)

Der Preis- und Angebotsvergleich fand zwischen der Schweiz, Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien, der Niederlande und Grossbritannien statt. Verglichen wurden die öV-Preise anhand von vier typischen Reisetypen. Die Preise wurden kaufkraftbereinigt, um die Unterschiede in den Preisniveaus zwischen den Ländern zu eliminieren.

Zunehmende Preisspanne und steigende Angebotsvielfalt

Grundsätzlich zeigt sich in allen Ländern, nicht nur die Angebotsvielfalt, sondern auch die Preisvielfalt nimmt stetig zu. Die Preise für ein Billett sind oft – insbesondere im Fernverkehr – abhängig vom Reise- und Buchungszeitpunkt sowie weiteren Komfortmerkmalen. Wer Einschränkungen in Kauf nimmt und sich z.B. auf einen bestimmten Zug festlegt, erhält dafür signifikante Preisnachlässe. Bezüglich Angebotsvielfalt wurde in der Schweiz das Angebot z.B. durch das Halbtax für Jugendliche, Modul-Abos oder Ausflug-Abos weiter ausgebaut.

Die Schweizer öV-Preise liegen insgesamt im Mittelfeld

Die Detailbetrachtung zeigt, dass die Schweiz für Erwachsene und Jugendliche bei Fahrten innerhalb einer Stadt sowie zwischen zwei Städten im Ländervergleich etwas besser abschneidet. Ebenso reisen Erwachsene eher günstig von der Stadt aufs Land. Etwas weniger günstig ist die Schweiz bei gelegentlichen Fahrten innerhalb eines Metropolitanraums, dies trifft insbesondere auf die Senioren zu. Auch bei Fahrten innerhalb einer Stadt schneidet die Schweiz für Senioren etwas weniger gut ab, da es nur teilweise spezifische Seniorentarife gibt.

Über alle Mobilitätssituationen hinweg fährt man in Österreich mit dem öV vergleichsweise günstig. Relativ teuer sind die öV-Preise dagegen in Grossbritannien.

Die Schweiz verfügt über das beste Preis-Leistungs-Verhältnis

Die Schweiz zeichnet sich mit einer hervorragenden Qualität aus: Bei der Pünktlichkeit, der Angebotsdichte wie auch bei der Netzdichte belegt die Schweiz einen Spitzenplatz. Engmaschiges Schienennetz und geltende Höchstgeschwindigkeiten führen jedoch zum letzten Platz bei der Geschwindigkeit. Insgesamt resultiert damit ein ausserordentlich gutes Preis-Leistungs-Verhältnis im Schweizer öV.

Zugänglichkeit im Schweizer öV gewährleistet - eine Reise mit nur einem Ticket

Was für uns selbstverständlich ist, wird im Ausland zur Herausforderung. In der Schweiz sind durchgängige Tickets für den Fernverkehr sowie für den Regional- und Ortsverkehr erhältlich. Dies ist sonst nur in Österreich und den Niederlanden der Fall. In allen anderen Ländern müssen die Billette meist über separate Verkaufskanäle gekauft werden. Beispielsweise in Italien müssen Tickets für Reisen im Fern-, Regional- und Ortsverkehr separat gelöst werden, teilweise nicht nur je Strecke, sondern auch je Transportunternehmen.

Online Verkaufskanäle erleichtern zunehmend den Ticketkauf

In vielen Ländern gibt es mittlerweile Apps und Webshops, die den Billettkauf erleichtern. Die erhältlichen Sparbillette und Tageskarten - und damit der günstigste Tarif - werden direkt online angezeigt. Webbasierte Verkaufskanäle eliminieren umständliche Schritte: So können einfach Start- und Zielort eingegeben werden und das passende Billett wird automatisch angezeigt.

Weitere Informationen

Projektteam

Maura Killer Projektleiterin
Maleika Wörner Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Daniel Sutter Geschäftsleiter, Partner

Projekt

Angebot und Preise des öV Schweiz im internationalen Vergleich

Laufzeit

2021

Themen


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Auftraggeber

LITRA Informationsdienst für den öffentlichen Verkehr

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Kontakt

Maura Killer Projektleiterin