Der fide-Sprachtest ist ein wichtiges Instrument der Integrationspolitik – aber nicht alle Prüfungsinstitutionen können ihn kostendeckend durchführen. Eine Evaluation von INFRAS im Auftrag des Staatssekretariats für Migration zeigt, welche Faktoren entscheidend für die Wirtschaftlichkeit sind. Vereinfachte Prozesse und eine stärkere Digitalisierung könnten sie verbessern.
Der fide-Test ist ein schweizweit anerkannter Sprachtest, der speziell für die Lebenswelt von Migrantinnen und Migranten entwickelt wurde. Er wird in der Schweiz für den Nachweis von Sprachkompetenzen im Rahmen von ausländer- und bürgerrechtlichen Verfahren eingesetzt. 2025 waren 127 Institutionen – sowohl private als auch öffentliche – als Prüfungsinstitutionen akkreditiert. Mehrere davon wiesen darauf hin, dass die Durchführung des Tests häufig nicht kostendeckend möglich ist.
Vor diesem Hintergrund hat das Staatssekretariat für Migration (SEM) INFRAS den Auftrag erteilt, zu untersuchen, welche Prozesse und Rahmenbedingungen sich positiv oder negativ auf die die Wirtschaftlichkeit des Tests auswirken. Als Grundlage dienten Dokumentenanalysen, eine Online-Befragung von Prüfungsinstitutionen, Interviews sowie ein Marktvergleich mit anderen Sprachtests.
Personal, Prüfungsstruktur und Administration prägen Kosten
Die Evaluation zeigt, dass seitens Prüfungsinstitutionen vor allem personalbezogene Faktoren und administrative Abläufe die Wirtschaftlichkeit beeinflussen. Unterschiede bei Löhnen und Anstellungsmodellen tragen dazu bei, dass einige Prüfungsinstitutionen den fide-Test kostendeckend durchführen können, während andere Defizite ausweisen. Gleichzeitig weist die Untersuchung darauf hin, dass Einsparungen im Personalbereich nur begrenzt möglich sind, ohne Qualitätsanforderungen zu berühren.
Sprachregion oder Skaleneffekte von geringerer Bedeutung
Ein weiterer Einflussfaktor ist das Verhältnis von mündlichen zu schriftlichen Prüfungen. Institutionen mit einem höheren Anteil mündlicher Prüfungen verzeichnen deutlich häufiger Defizite. Demgegenüber spielen strukturelle Merkmale wie die Sprachregion, die Trägerschaft oder der Standort der Prüfungsinstitutionen kaum eine Rolle. Ebenso zeigen sich die erwarteten Skaleneffekte durch höhere Teilnehmendenzahlen nur in begrenztem Umfang.
Digitalisierung bietet Potenzial für mehr Effizienz
Die Evaluation zeigt die grosse Bedeutung administrativer Prozesse auf. Viele Prüfungsinstitutionen beschreiben den Anmelde- und Bestellprozess sowie die Erfassung von Teilnehmendendaten als aufwändig. Zusätzlich entstehen Aufwände durch wiederkehrende Anpassungen von Vorgaben und Prozessen.
Die Empfehlungen der Evalution richten sich an die unterschiedlichen involvierten Stellen – an die Geschäftsstelle fide, an das SEM sowie an die Prüfungsinstitutionen. Unter anderem legt der Bericht nahe, dass vereinfachte Abläufe, stabilere administrative Vorgaben oder eine stärkere Digitalisierung Wirtschaftlichkeitsgewinne bei den fide-Tests ermöglichen könnten. Auch eine Überprüfung der Gebühren wird empfohlen.
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