Verkehrsinfrastrukturfinanzierung

Eine Pkw-Maut unterstützt die Mobilitätswende in Deutschland

9. März 2022

Mit der Dekarbonisierung des Verkehrs sinken in Deutschland die Einnahmen aus der Energiesteuer. Eine fahrleistungsabhängige Pkw-Maut kann die langfristige Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur sicherstellen. Agora Verkehrswende beauftragte INFRAS, ein Konzept für eine fahrleistungsabhängige Pkw-Maut auf allen Strassen Deutschlands zu erarbeiten.


Eine Pkw-Maut kann die Effizienz im Verkehrssystem erhöhen, weil sie verursachergerecht ist. (Foto: KEYSTONE/CARO/Rupert Oberhäuser)
Eine Pkw-Maut kann die Effizienz im Verkehrssystem erhöhen, weil sie verursachergerecht ist. (Foto: KEYSTONE/CARO/Rupert Oberhäuser)

Eine fahrleistungsabhängige, differenzierte Pkw-Maut kann nicht nur die Finanzierung des Betriebs und Erhalts der Strasseninfrastruktur sicherstellen, sondern stärkt das Prinzip der Verursachergerechtigkeit und kann je nach Differenzierung der Mautsätze zusätzliche Anreize zur Lenkung des Verkehrs setzen.

INFRAS hat die Ausgestaltungsmöglichkeiten einer Pkw-Maut untersucht und eine Wirkungsanalyse durchgeführt. Das Subunternehmen Rapp Trans schätzte die möglichen Kosten eines Erhebungssystems. Die Studie adressiert zudem Themen wie die Governance, hoheitliche Fragen und Kompatibilität mit der Lkw-Maut und dem Ausland.

Wie ist eine Pkw-Maut auszugestalten und wie wirkt diese?

Die Pkw-Maut sollte sich an den verursachten Kosten orientieren. Die Studie empfiehlt, zusätzlich zu den Infrastrukturkosten ausgewählte externe Kosten anzulasten: Luftverschmutzungs- und Lärmkosten sowie Kosten für Natur und Landschaft. In der Basisvariante ergäbe dies einen durchschnittlichen Mautsatz von rund 5.4 ct/Fzkm. Eine optionale Anti-Stau-Gebühr in städtischen Gebieten kann den Kommunen bzw. Ländern als Instrument zur Lenkung in überlasteten Gebieten dienen.


Eine Pkw-Maut ist mindestens nach dem Gewicht der Fahrzeuge und möglichst auch zeitlich und räumlich zu differenzieren; (Grafik: INFRAS)
Eine Pkw-Maut ist mindestens nach dem Gewicht der Fahrzeuge und möglichst auch zeitlich und räumlich zu differenzieren; (Grafik: INFRAS)

Eine Pkw-Maut führt zu einer verkehrlichen Entlastung und Effizienzsteigerung im Verkehrssystem. Externe Umwelt-, Gesundheits- und Unfallkosten können reduziert werden. Um negative Verteilungswirkungen zu vermeiden, sind flankierende Massnahmen wie beispielweise der Ausbau des öffentlichen Verkehrs notwendig.

Governance: es braucht rechtliche Rahmenbedingungen

Eine Maut auf allen Strassen betrifft alle Gebietskörperschaften: Bund, Länder und Kommunen. Gleichzeitig besteht mit der Lkw-Maut bereits ein zentrales System zur Erhebung. Dieses sollte genutzt und erweitert werden. Um ein unabgestimmtes Nebeneinander oder gar Wildwuchs unterschiedlicher Mautsysteme in Deutschland zu vermeiden, wäre die Einführung der Pkw-Maut durch ein Bundesgesetz wichtig. Dieses setzt den rechtlichen Rahmen und gibt Handlungsspielräume für spezifische Belange auf Landes- und kommunaler Ebene.

Verteilung der Einnahmen aus der Pkw-Maut

Die Einnahmen aus der Pkw-Maut – abzüglich der Erhebungs­kosten – sollen zweckgebunden verwendet werden. Die Studie empfiehlt eine differenzierte Verwendung der Einnahmen (Verkehr finanziert Mobilität). Mittel sollen sowohl für die Straßeninfrastruktur als auch zur Finanzierung von Lärmschutzmaßnahmen, des ÖPNV sowie für den Ausbau von Fuß- und Radinfrastruktur verwendet wer­den können. Denkbar wäre auch die Förderung von Ladeinfrastruktur oder Finanzierung der Schieneninfrastruktur.

Weitere Informationen

Projektteam

Anne Greinus Bereichsleiterin, Partnerin
Maura Killer Projektleiterin
Daniel Sutter Geschäftsleiter, Partner
Maleika Wörner Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Projekt

Pkw-Maut für Deutschland – Baustein für ein nachhaltiges Verkehrssystem

Laufzeit

2020 - 2022

Themen


Leistungen


Auftraggeber

Agora Verkehrswende

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Kontakt

Anne Greinus Bereichsleiterin, Partnerin