Volkswirtschaftliche Bedeutung ÖV

Hohe Wertschöpfung des öffentlichen Verkehrs trotz Pandemie

24. Januar 2023

Der öffentliche Personenverkehr hat unter der Corona-Pandemie stark gelitten. Und doch: die volkwirtschaftliche Bedeutung des ÖV in der Schweiz blieb gross. INFRAS hat im Auftrag der LITRA für das Pandemiejahr 2020 Wertschöpfung und Beschäftigung des öffentlichen Verkehrs berechnet.


Die Corona-Pandemie hat die Gesellschaft und auch das Reisen und die Arbeit im öffentlichen Verkehr geprägt – die volkwirtschaftliche Bedeutung des ÖV blieb aber hoch. (Foto: Keystone-SDA / Michael Buholzer)
Die Corona-Pandemie hat die Gesellschaft und auch das Reisen und die Arbeit im öffentlichen Verkehr geprägt – die volkwirtschaftliche Bedeutung des ÖV blieb aber hoch. (Foto: Keystone-SDA / Michael Buholzer)

Es geht um die Arbeit und Leistung von Lokführerinnen und Buschauffeuren – aber auch etwa von Ingenieurbüros und Gleisbaufirmen: Direkte und indirekte Beschäftigung und Wertschöpfung des öffentlichen Verkehrs sind hoch und haben eine grosse Bandbreite. Für den Informationsdienst des öffentlichen Verkehrs LITRA hat INFRAS die volkswirtschaftliche Bedeutung des ÖV in der Schweiz im Jahr 2020 berechnet, als Aktualisierung der Vorgängerstudie zum Jahr 2018.

Wie auch für andere gesellschaftliche und wirtschaftliche Bereiche gilt für den öffentlichen Verkehr, dass der Ausbruch der Corona-Pandemie und die Pandemiemassnahmen 2020 prägend waren. Die aktuelle Studie liefert Antworten, wie stark die Pandemie dabei die volkwirtschaftliche Bedeutung des ÖV beeinflusst hat.

Wertschöpfung weiterhin ähnlich wie Telekommunikationsbranche

Die Wertschöpfung hat im ersten Pandemiejahr im Vergleich zu 2018 um 12 Prozent abgenommen. Sie blieb aber hoch, wie die Studie auch zeigt: sie machte mit 10.7 Milliarden Franken 1.5 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) aus (2018: 1.7 Prozent). Die Zahl berücksichtigt die direkte und indirekte Wertschöpfung des ÖV.

Alleine die direkte Wertschöpfung der ÖV-Leistungen lag 2020 bei 8 Milliarden Franken. Damit war sie wie schon 2018 mit derjenigen der Telekommunikationsbranche (8.4 Milliarden Franken) vergleichbar.

Rückgang der Beschäftigung – Zunahme bei Investitionen Auch Berufe mit direktem oder indirektem Bezug zum ÖV blieben 2020 gesamtwirtschaftlich wichtig: sie entsprachen 84’500 Vollzeitäquivalente und damit 2.1 Prozent der gesamten Schweizer Beschäftigung. Dazu zählen sowohl die Beschäftigten durch das Erbringen von ÖV-Leistungen als auch Beschäftigte als Folge von Investitionen in den ÖV (z.B. Schiene, Rollmaterial). Im Vergleich zu 2018 wurde ein Rückgang der Beschäftigung von 4 Prozent verzeichnet, wobei die Veränderung bei den Arbeitsstellen mit indirektem ÖV-Bezug am stärksten war.

Auch über die Höhe der Investitionen in den öffentlichen Verkehr gibt die Studie Aufschluss. Dabei geht es etwa beispielsweise um Industrieunternehmen oder Baufirmen, die im Bereich der ÖV-Infrastruktur tätig sind. Das Investitionsvolumen lag bei 5.6 Milliarden Franken und war damit höher als 2018.

Ergebnisse mit eigenem Modell berechnet

Wie schon in der Vorgängerstudie wurden für den aktuellen Bericht unter anderem Daten des Bundes ausgewertet und ExpertInnen interviewt. Um die Zahlen zur Wertschöpfung und Beschäftigung zu berechnen, hat INFRAS ein selbst entwickeltes Modell angewandt. Mit diesem können direkte und indirekte Beschäftigungswirkungen für beliebige Branchen abgebildet werden.

Weitere Informationen

Projektteam

Martin Peter Geschäftsleiter, Partner
Daniel Sutter Geschäftsleiter, Partner
Caspar Esche Wissenschaftlicher Berater

Projekt

Volkswirtschaftliche Bedeutung des öffentlichen Verkehrs der Schweiz – Update 2020

Laufzeit

2022

Themen


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Auftraggeber

LITRA Informationsdienst für den öffentlichen Verkehr

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Kontakt

Martin Peter Geschäftsleiter, Partner