Wie wirken Massnahmen zur CO2-Re­duk­tion im Verkehr? Pilotversuch in Indonesien

30. Oktober 2019

Die Verkehrsnachfrage in Indonesien wächst rasant. Gleichzeitig muss das 260 Millionen Einwohner zählende Land seine CO2-Emissionen im Transportsektor massiv reduzieren. Doch wie erfolgsversprechend sind die geplanten Mass­nah­men? INFRAS hat Methoden entwickelt, um das zu prüfen – und einen Pi­lot­ver­such vor Ort begleitet.


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Rushhour in Jakarta: Trotz wachsender Verkehrsnachfrage muss das Land es schaffen, seine CO2-Emissionen im Transportsektor in den kommenden Jahren massiv zu reduzieren (Foto: Keystone-SDA)

Die indonesische Wirtschaft ist auf Wachstumskurs. Damit steigt auch die Ver­kehrs­nach­fra­ge. Seit dem Jahr 2000 hat sich die Zahl der registrierten Fahrzeuge in dem süd­ostasiatischen Land mehr als versechsfacht. Rund vier Fünftel davon sind Motorräder und -roller. Diese Entwicklung stellt den rund 260 Millionen Einwohner zählenden In­sel­staat vor grosse Herausforderungen. Denn um die Ziele des Pariser Kli­ma­schutz­ab­kom­mens zu erreichen, muss das Land seine Treibhausgasemissionen im Transportsektor in den kommenden Jahren massiv reduzieren.

Im Rahmen der «Initiative for Climate Action Transparency (ICAT)» hat INFRAS einen Leitfaden entwickelt, mit dem Entwicklungs- und Schwellenländer die Wirksamkeit preislicher Massnahmen auf den Treibhausgasausstoss einschätzen können. Mithilfe des Leitfadens hat ein Team des Institute of Transportation and Logistics (ITL) der Trisakti Universität in Jakarta zusammen mit INFRAS nun anhand konkreter Fallbeispiele geprüft, wie sich verschiedene Massnahmen auf den Treibhausgasausstoss im Verkehr auswirken respektive künftig auswirken könnten. Drei Massnahmen standen dabei im Fokus:

  1. Eine im Jahr 2013 umgesetzte Kürzung von Subventionen für Benzin und Diesel (ex-post-Analyse)
  2. Eine im Jahr 2013 umgesetzte Steuererleichterung für effizientere Fahrzeuge (ex-post-Analyse)
  3. Eine geplante Massnahme zur Förderung elektrisch betriebener Fahrzeuge (ex-ante-Analyse)

INFRAS hat den Analyse- und Bewertungsprozess eng begleitet – überwiegend mit Te­le­fon- und Videokonferenzen. Im Vordergrund stand die inhaltliche und fachliche Un­ter­stüt­zung des Teams der Trisakti Universität, insbesondere bei der konkreten An­wen­dung der Methoden und Modelle zur Wirksamkeitsprüfung der Massnahmen sowie bei einem Pilotversuch vor Ort. Im September 2019 hat INFRAS-Geschäftsleiter Jürg Füssler die indonesischen Projektpartner vor Ort vertieft gecoacht.


Ergebnispräsentation in Jakarta: Von links nach rechts: eine Vertreterin der Energieeffizienz-Agentur; Tjuk Sukardiman, Rektor des Institute of Transportation and Logistics Trisakti Universität; INFRAS-Geschäftsleiter Jürg Füssler; der Director General of Land Transportation, Ministry of Transportation Indonesien und Elly Sinaga, Projektleiterin des lokalen Teams. (Foto: Privat).
Ergebnispräsentation in Jakarta: Von links nach rechts: eine Vertreterin der Energieeffizienz-Agentur; Tjuk Sukardiman, Rektor des Institute of Transportation and Logistics Trisakti Universität; INFRAS-Geschäftsleiter Jürg Füssler; der Director General of Land Transportation, Ministry of Transportation Indonesien und Elly Sinaga, Projektleiterin des lokalen Teams. (Foto: Privat).

Ende September 2019 haben ITL und INFRAS erste Ergebnisse der Fallstudien prä­sen­tiert. Bei der Veranstaltung in Jakarta haben unter anderem ein Vertreter des in­do­ne­si­schen Transportministeriums sowie VertreterInnen anderer Ministerien, verschiedener Transportunternehmen und NGOs teilgenommen.

Wirkung von Massnah-men im Transportsektor zur Reduktion von Treibhausgasemissionen in Indonesien


Auftraggeber

Initiative for Climate Action Transparency

Kontakt

Jürg Füssler Geschäftsleiter, Partner
juerg.fuessler@infras.ch

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