Wirkungsaufteilung zwischen Kli­ma­fi­nan­zie­rung und internationalem Zer­ti­fi­kats­han­del?

6. November 2019

Das Übereinkommen von Paris erfordert auch in Entwicklungsländern um­fang­rei­che Klimaschutzmassnahmen. Um diese zu finanzieren, versuchen Ent­wick­lungs­ban­ken, Klimafinanzierung und Zertifikatshandel zu kombinieren. Im Auftrag der Weltbank entwickelt und analysiert ein Expertenteam verschiedene Lö­sungs­op­tio­nen.


Beim Klimaschutz sind viele Länder auf internationale Zusammenarbeit angewiesen. (Foto: Keystone-SDA)
Beim Klimaschutz sind viele Länder auf internationale Zusammenarbeit angewiesen. (Foto: Keystone-SDA)

Klimaschutzmassnahmen kosten Geld. Viele Entwicklungs- und Schwellenländer sind auf internationale Zusammenarbeit angewiesen, um Treibhausgasemissionen wirksam reduzieren zu können. Zur Finanzierung der Massnahmen nennt das Übereinkommen von Paris grundsätzlich zwei Instrumente: Klimafinanzierung und internationale Zer­ti­fi­kats­märk­te.

Bei der Klimafinanzierung haben sich entwickelte Länder verpflichtet, finanzielle Bei­trä­ge an weniger entwickelte Länder zu leisten. Diese können dann Emissionen senken und die erzielten Reduktionen an ihre eigene Klimaschutzziele anrechnen oder auch An­pas­sungs­mass­nah­men finanzieren. Mit dem internationalen Zertifikatsmärkten nach Artikel 6 werden zwar auch Minderungsmassnahmen in dem jeweiligen Gastland un­ter­stützt, die erzielten Reduktionen werden jedoch über Zertifikatsmärkte international transferiert und nur im Käuferland angerechnet.

Um umfangreiche Klimaschutzmassnahmen zu finanzieren, versuchen Ent­wick­lungs­ban­ken, internationale Klimafinanzierung und Zertifikatshandel zu kombinieren. Wie könnten die resultierenden Emissionsreduktionen zwischen den Instrumenten auf­ge­teilt werden? Diese Frage steht im Fokus eines Diskussionspapiers im Auftrag der Welt­bank. Darin analysieren mehrere Klimaexperten – unter der Führung von INFRAS-Ge­schäfts­leiter Jürg Füssler – verschiedene Möglichkeiten und erarbeiten Lösungsoptionen im Kontext der Transformative Carbon Asset Facility (TCAF).

«Proportional attribution» – also eine proportionale Wirkungsaufteilung gemäss dem finanziellen Nettobeitrag («grant value») – setzt die wirtschaftlich effizientesten Anreize zur Förderung von Massnahmen zur Treibhausgasreduktion. Zudem stellt dieser Ansatz die Umweltintegrität sicher. Das bedeutet, dass bei diesem Ansatz die Nutzung von Zer­ti­fi­kats­märk­ten nicht zu einem Anstieg der globalen Emissionen führt.

Ziel des Diskussionspapiers im Auftrag der Weltbank ist es unter anderem, den in­ter­na­tio­na­len Diskurs in diesem Themenbereich anzuregen. Weitere aktuelle Arbeiten von INFRAS zum Pariser Klimaschutzabkommen finden Sie hier: 1) Ausgestaltungsmöglichkeiten, 2) Kooperationsmechanismen.

Blending climate finance and carbon market mechanisms


Auftraggeber

World Bank

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Kontakt

Jürg Füssler Geschäftsleiter, Partner
juerg.fuessler@infras.ch

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