Klimakostenmodellierung

Wie man ein Preisschild für den Klimawandel festlegt

10. Januar 2022

Der Klimawandel kostet. Aber wie berechnet man diese Kosten – für heute und auch für die Zukunft? Zur Klimakostenmodellierung hat INFRAS im Auftrag des deutschen Umweltbundesamts einen umfassenden Überblick gemacht. Und der Politik gibt der Bericht eine Anleitung, wie man ein Preisschild definieren kann.


Die Schätzungen von Klimakosten weichen erheblich voneinander ab – einen Kostensatz wird man aus wissenschaftlicher Sicht nie definitiv festlegen können. (Foto: Keystone-SDA / Caro, Rupert Oberhauser)
Die Schätzungen von Klimakosten weichen erheblich voneinander ab – einen Kostensatz wird man aus wissenschaftlicher Sicht nie definitiv festlegen können. (Foto: Keystone-SDA / Caro, Rupert Oberhauser)

Will man in der Politik ein Problem angehen, so will man auch wissen, was das Problem kostet. Was ist der Preis, wenn man nichts macht? Und was kosten die Massnahmen, die man dagegen ergreift? Das ist auch in der Klimapolitik so. Die Kostenberechnung ist aber komplex, sie beruht auf Modellen. Der INFRAS-Bericht bietet einen Überblick über die Modelle, deren Annahmen und auch über deren Grenzen.

Untätigkeit kostet – Handeln ist aber auch nicht gratis

Spricht man über Klimakosten, so kann man zwischen Schadenskosten und Vermeidungskosten unterscheiden: Schadenskosten summieren die Schäden auf, die durch die Emissionen von Treibhausgasen entstehen – und zwar auf der ganzen Welt und in ferner Zukunft. Andererseits zeigen Vermeidungskosten, was ein bestimmtes Bündel an klimapolitischen Massnahmen kostet. Bei beiden Varianten gibt es verschiedene Berechnungsmöglichkeiten.

Grosse Unterschiede bei den Schätzungen

Weil es eine anhaltende wissenschaftliche Diskussion über die verschiedenen Einflussfaktoren gibt, weichen die Schätzungen von Klimakosten erheblich voneinander ab. Zur Klimakostenmodellierung sagt INFRAS-Projektleiter Quirin Oberpriller: «Es gibt viele unterschiedliche, umstrittene Annahmen. Um einen Kostensatz festzulegen, ist es daher nötig, dass der Staat normative Vorgaben macht.»

Politik: zum Preisschild in vier Schritten

Bei der Politik setzt schliesslich auch der letzte Teil des INFRAS-Berichts für das deutsche Umweltbundesamt UBA an. Dieser bietet für Entscheidungsträgerinnen und -träger eine praktische Anleitung in vier Schritten, um ein Preisschild für die Klimakosten zu bestimmen. Denn trotz aller Unsicherheiten bei den Klimakosten: Kann man mit den Vorgaben der Politik ein Preisschild definieren, so hilft das die Relevanz der Klimapolitik einzuschätzen.

Weitere Informationen

Projektteam

Quirin Oberpriller Projektleiter
Michel Zimmermann Wissenschaftlicher Berater
Martin Peter Geschäftsleiter, Partner
Jürg Füssler Geschäftsleiter, Partner

Projekt

Klimakostenmodellierung: Analyse von Methoden zur Berechnung von Schadens- und Vermeidungskosten und Leitlinien für die politische Verwendung

Laufzeit

2020 - 2022

Themen


Leistungen


Auftraggeber

Umweltbundesamt UBA

Downloads


Kontakt

Quirin Oberpriller Projektleiter