Navigating Report 2021

Blockchain ermöglicht verifizierbare Daten für Klimaschutzprojekte

21. Februar 2022

Illegalen Holzschlag unterbinden, Energieproduktion zurückverfolgen und Emissionen korrekt dem Verursacherprinzip zuordnen – das ermöglicht die Blockchain-Technologie. Der neue Navigating Report 2021 der Climate Ledger Initiative präsentiert die Erkenntnisse aus Klima-Pilotprojekten, in denen Blockchain und andere innovative digitale Technologien eingesetzt worden sind.


Das Wood Tracking Protocol schafft Abhilfe: Die Holzverarbeitungskette wird hier noch mit Stift und Papier dokumentiert. (Foto: WTP)
Das Wood Tracking Protocol schafft Abhilfe: Die Holzverarbeitungskette wird hier noch mit Stift und Papier dokumentiert. (Foto: WTP)

Die jüngste UN-Klimakonferenz COP26 in Glasgow zeigte die Notwendigkeit, konkrete Massnahmen zu implementieren – endlich vom Versprechen zum Plan hin zur Leistung zu gelangen. Die Climate Ledger Initiative CLI fördert deshalb Pilotprojekte in Entwicklungsländern. Getestet werden verschiedene Technologien mit dem Ziel, transparente und verifizierbare Daten von Klimaschutzprojekten sicherzustellen.

Wood Tracking Protocol WTP – Blockchain soll illegalen Holzschlag verhindern

80% des Holzschlags in Peru ist illegal. Digitale Plattformen, die mit Blockchain verschlüsselt werden, sollen transparente, nicht manipulierbare Daten in der Liefer- und Verarbeitungskette sicherstellen und so den illegalen Holzschlag eindämmen. Legal gefällte Baumstämme werden mit einem QR-Code versehen. Eine App zeichnet auf, wo sie gefällt, verschifft und verarbeitet werden. So kann man sich beim Kauf über die Herkunft und den Transportweg informieren und sich gezielt für legal gefällte Holzprodukte entscheiden.

Weitere Pilotprojekte in Kenia, Indien und Chile

  • Der FairClimate Fund liefert 100 indischen Haushalten Kochherde. Sensoren analysieren die Kochpraktiken und deren Auswirkungen auf das Klima.
  • Green Tracker Chile misst Treibhausgasemissionen und eingesparte Ressourcen dank Produktion von erneuerbaren Energien, Abfallrecycling und E-Mobilität.
  • Climate Risk Insurance in Kenia führt zu Direktzahlungen an 50’000 Kleinbauern. Satelliten Wetterdaten lösen die Zahlungen automatisch aus.
  • Das OpenHAP Team produziert lokal in Kenia Low Cost Sensoren. Sie messen die Auswirkungen von verschiedenen Kochherden auf die Luftqualität in Innenräumen von Slum-Wohnsiedlungen.

Der FairClimate Fund beliefert 100 Familien mit umweltfreundlichen Kochherden, die mit Sensoren die Luftreinhaltesituation überwachen. (Foto: FCF)
Der FairClimate Fund beliefert 100 Familien mit umweltfreundlichen Kochherden, die mit Sensoren die Luftreinhaltesituation überwachen. (Foto: FCF)

Folgeerkenntnisse

Fehlende Internetverbindungen und limitierte Nutzung von Smartphones sind in vielen Regionen problematisch. Low Coast Technologien werden umso wichtiger, diese können einfach und kostengünstig verbreitet und so verifizierbare Daten gewonnen werden. Projektleiterin Madeleine Guyer: “Manuelle Erhebungen sind ineffizient, fehleranfällig und vor allem manipulierbar. Blockchain ist effizient und ermöglicht der Politik robuste und transparente Daten als Entscheidungsgrundlage.“ Der Report zeigt, die Zusammenarbeit mit Regierungen ist essentiell, um lokale Hürden abzubauen und den Zugang zu digitalen Plattformen zu erleichtern.

Weitere Informationen

Projektteam

Madeleine Guyer Projektleiterin
Jürg Füssler Geschäftsleiter, Partner
Anna Ehrler Wissenschaftliche Beraterin

Projekt

Blockchain und Digitalisierung für den Klimaschutz

Laufzeit

2019 - 2022

Themen


Leistungen


Auftraggeber

Climate Ledger Initiative

Downloads


Kontakt

Anik Kohli Projektleiterin