Globale Handelsbeziehungen

Wie sich der Klimawandel im Ausland auf die Schweiz auswirkt

19. Februar 2020

Dürre in Afrika, Überschwemmungen in Asien, Hurrikans in Nordamerika: Die Folgen des Klimawandels im Ausland können indirekt auch hierzulande spürbar werden, zum Beispiel über Handelsbeziehungen. Für die international eng ver­netz­te Schweiz birgt diese Entwicklung Chancen und Risiken zugleich.


Ein Rheinschiff bei Basel: Während des Hitzesommers 2018 hatte der Fluss zeitweise extreme Niedrigwasserstände – für den Gütertransport in die Schweiz kann das schwerwiegende Folgen haben. (Foto: Keystone-SDA)
Ein Rheinschiff bei Basel: Während des Hitzesommers 2018 hatte der Fluss zeitweise extreme Niedrigwasserstände – für den Gütertransport in die Schweiz kann das schwerwiegende Folgen haben. (Foto: Keystone-SDA)

Im Auftrag des Bundesamts für Umwelt hat INFRAS analysiert, wie sich der globale Kli­ma­wan­del auf die Schweiz auswirkt. Dabei wird deutlich: Die international eng vernetzte Schweiz ist stark exponiert. Sie pflegt weltweit Handelsbeziehungen und aus­sen­po­li­ti­sche Kontakte, auch mit Ländern, die gegenüber dem Klimawandel be­son­ders vul­nera­bel sind. Der globale Klimawandel tangiert sowohl wirtschaftliche Bereiche wie den Im­port und Export von Gütern als auch politisch-gesellschaftliche Bereiche. Die indirekten Auswirkungen des Klimawandels werden künftig weiter an Relevanz zunehmen.

Anhand konkreter Wirkungsketten veranschaulicht die Studie klimabedingte Ver­än­de­run­gen für zentrale Einflussbereiche. Dazu gehören Finanzdienstleistungen, Nah­rungs­mit­tel- und Energieversorgung und Wirtschaftsleistung sowie Sicherheit, Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit und Migration. Die Studie zeigt ausserdem auf, welche Chancen und Risiken diese Veränderungen für die Schweiz bedeuten.

Ein Beispiel: Kaffee macht rund ein Viertel der von der Schweiz exportierten Nahrungs- und Genussmittel aus. Der Klimawandel führt in Mittelamerika dazu, dass die Gunst­re­gio­nen für Kaffeeanbaugebiete vor Ort abnehmen. Das kann zu verminderter Qualität und sinkenden Ernteerträgen führen. Die Importpreise für Kaffeeproduktion und -han­del in der Schweiz können dadurch steigen. Die Folge: Kaffeeproduzenten und -händler in der Schweiz müssen mit sinkenden Umsätzen rechnen.

Beispiele wie diese verdeutlichen, dass der Umgang mit den Folgen des Klimawandels nicht nur eine nationale, sondern auch eine internationale Dimension hat. Der Bericht nennt verschiedene Hebel und Stossrichtungen, über die die Schweiz die Entwicklung beeinflussen und Risiken mindern kann. Dazu zählen beispielsweise die Diversifizierung von Zulieferketten und ein verstärktes Engagement der Schweiz für mehr Klima-Resi­li­enz in Ländern mit grossen Klimarisiken.

Die Ergebnisse der Studie und weitere Informationen zum Thema finden Sie

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Projektteam

Myriam Steinemann Bereichsleiterin, Partnerin
Anik Kohli Projektleiterin
Jürg Füssler Geschäftsleiter, Partner
Madeleine Guyer Projektleiterin

Projekt

Klimawandel im Ausland - Risiken und Chancen für die Schweiz

Laufzeit

2017 - 2018

Themen


Leistungen


Auftraggeber

Bundesamt für Umwelt (BAFU)

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Kontakt

Myriam Steinemann Bereichsleiterin, Partnerin